Mittwoch, 29. Juni 2016

In der Pauschalhölle - The Sailor Maid goes Mallorca Teil 1


Nachdem ich ja schon seit Februar wieder einen tollen neuen Job habe, der mir leider kaum Zeit zum Bloggen lässt, weil ich abends immer echt kaputt bin, brauchte ich endlich mal wieder Urlaub. Aber wohin alleine? Eigentlich war mein einzige Ziel im Meer zu schwimmen und mir dabei nicht den Allerwertesten abzufrieren. Nord- oder Ostsee fielen also weg. Und ich war schon strafbar lange nicht mehr im Ausland. Irgendwann tauchte dann der Gedanke "Mallorca" in meinem Kopf auf. Denn, hier kommt mein Geständnis: Ich war noch nie auf Mallorca!
Da ich von meinem Dreißigsten Geburtstag (einige fangen jetzt an zu rechnen) noch einen Reisgutschein eines bestimmten Anbieters mit Reisebüro auf dem Kiez hatte, war nach einiger Suche die Reise endlich gebucht und meine Pflanzen bei der lieben Nachbarin in Pflege gegeben.

Schon am Flughafen begann ich an meinem Reiseziel zu zweifeln, denn würde man mich ohne pinke Klamotte und / oder Kind überhaupt auf die Insel lassen? Um mich herum lauter Blondinen in Pink und Glitzer oder junge Familien mit vorwiegend Kleinkindern. Im Flieger war entsprechend viel los. Allerdings waren es nicht die lebhaften Jungs hinter mir, die mich zur Weißglut brachten, sondern ihre Mutter, die permanent gegen meinen Sitz trat.
Dann musste ich auch noch feststellen, das Eurowings weder Getränke noch Snacks verteilt, es sei denn man zahlt horrend. Mein Flug muss wirklich günstig gewesen sein. Also Notiz an mich: Nächstes Jahr unbedingt etwas zu Essen und zu Trinken schon am Flughafen erwerben.
Frisch in Palma gelandet irrte ich ein wenig über den Flughafen, der größer ist, als ich erwartet hatte, bis ich den richtigen Bus zum Hotel gefunden hatte. Währenddessen verließ gerade ein Bachelor die Insel. Ich betrachtete das ja als gutes Omen.
Ich hatte ja mit deutschen Touristenströmen gerechnet, aber das Ausmaß der Touristensbunker war mir ehrlich gesagt nicht bewusst gewesen
Der Bus fuhr einen nach dem anderen an und mein Herz sank immer weiter. Cala Ratjada ist ein wenig netter als die anderen Orte aber mein Hotel war eine ebenso seelenlose Bettenburg, wie all die anderen. Allerdings muss ich so ziemlich das beste Zimmer erwischt haben, dass es zu bieten hatte.
Mein Zimmer verfügte nämlich über die wohl größte Dachterrasse des Hotels.

Die Interessierte mich allerdings erst mal wenig, denn ich hatte schon den ganzen Tag darauf gewartet, endlich ins Meer springen zu können.
Und das tat ich auch. Denn glücklicherweise hatte ich das Hotel so gebucht, dass es nur 5 Minuten vom Strand entfernt lag.
Alls Alleinreisende konnte ich so nämlich meine Wertsachen im Hotel und den Schlüssel an der Rezeption lassen. Eine wichtige Sicherheitsmaßnahme, denn so konnte ich unbesorgt schwimmen gehen, ohne zu befürchten, dass meine Sachen am Ende weg sind, oder mich eventuell jemand in meinem Zimmer erwartet. Ja meine lieben Leser. An solche Dinge sollte man denken, wenn man alleine reist.

Der Strand war proppen voll, aber das Wasser herrlich! So blau wie in der Karibik und ziemlich sauber; ein bisschen wie ein Meerwasser-Wellenbad. Ich trieb völlig glücklich ein bisschen durch die Wellen und genoss die Wärme, das Wasser. Genauso hatte ich mir das vorgestellt.
Irgendwann zog mich der Hunger ins Hotel zurück, wo ich leider feststellen musste, dass das Essen nicht so geil war. Total auf die deutschen Touris zugeschnitten und ich hatte das Gefühl, das Soßenpulver schmecken zu können.  Über die Essmanieren meiner Mitgäste könnte ich einen eigenen Blogpost veröffentlichen. Mache ich vielleicht auch.
Nach dem Essen drehte noch noch eine kleine Runde über die Strandpromenade. Die ist wirklich nett. Wie Perlen auf der Schnur reihen sich da kleine und größere Bodegas, Bars und Restaurants auf. Für jeden Geschmack ist etwas dabei.

Mir war allerdings mehr nach einem ruhigen Abend auf meiner Dachterasse. Also holte ich mir bei Spar (ja, den gibt's in Spanien) noch ein Bier und guckte mir den Sonnenaufgang von oben an. So fühlte ich mich sehr luxoriös und gespannt, was die nächsten Tage so bringen würden.