Mittwoch, 15. Juli 2015

Terroristen im Périgord - Provokateure von Martin Walker



Ein Jahr musste ich wieder warten und hätte es dann durch den Umzug fast verpasst: Den siebten Bruno-Krimi von Martin Walker, "Provokateure". Diogenes war aber so freundlich und hat ihn frei Haus geliefert. Der Freund guckte etwas irritiert, als ich freudig durch die Wohnung hüpfte, aber ich liebe nunmal diese kleinen Reisen nach Frankreich. Und mit wem lässt es sich besser reisen, als mit einem Schotten?

Diesmal wird es heiß in St. Deniz und Umgebung, sehr heiß. Es gibt wieder eine grausam zugerichtete Leiche in den Wälden des Périgord und in Afghanistan taucht ein autistister Junge aus dem Ort auf und braucht Hilfe bei der Heimkehr. Hängt beides zusammen? Will jemand Samis Rückkehr verhindern und ist er der berüchtigte Bombenbauer der Al Quaida, genannte "The Engineer"? Der arme Junge gerät mitten hinein in die Mühlen der internationalen Machtpolitik und Terroristenjagd.
Bruno hat sich endlich von Isabelle gelöst, aber prompt taucht eine weitere attraktive Frau in seinem Leben auf und bringt ihn wieder ins Dilemma. Außerdem winkt dem Ort eine stattliche Erbschaft durch einen jüdischen Mitbürger, der als Kind in St. Deniz Zuflucht vor den Nazis gefunden hatte.

Walker beginnt wie immer mit einem ziemlich brutalen Mord. Einfache Giftleichen oder ähnliches scheinen nicht sein Ding zu sein. Das Opfer muss wieder aufs grausamste gefoltert worden sein. Dafür wird er dann aber wieder beschaulicher. Die Idylle von St. Deniz steht wieder im krassen Gegensatz zu den terroristischen Vorgängen in der Umgebung. Bruno wird brutal angegriffen, es gibt ein Selbstmordattentat und diverse Schießereien. Sobald man mal ein wenig Luft geholt hat, geht es gleich spannend weiter und immer bangt man mit. Die spannungsreiche Handlung zieht einen sofort mitten hinein ins Geschehen und am Ende legt man das Buch etwas atemlos aus der Hand. Wie immer habe ich es viel zu schnell ausgelesen.

Leider kamen die kulinarischen Genüsse diesmal ein wenig zu kurz. Wobei das vielleicht für die schlanke Linie nicht so schlecht ist, denn ich neige zu Hungerattacken, bei den leckeren Gerichten, die in St. Deniz verzehrt werden. Und man hatte Walker ja auch nahe gelegt, nicht ganz so viel übers Essen zu schreiben. Schade, eigentlich, denn die Rezepte sind wahrer Foodporn.