Donnerstag, 31. Januar 2013

Leselust - Der Dschungel in uns allen - Reality Show von Amélie Nothomb

Nachdem nun auf RTL der neue Dschungelkönig gekürt ist, und Matthias Mattusek und Marcus Lanz darüber debattieren, an welche Bücher und Theaterstücke sie das Schauspiel erinnert, fiel auch mir ein Buch wieder in die Hände: "Reality Show" von Amélie Nothomb.
Nachdem wir uns Menschen in Containern und Menschen im Dschungel ansehen durften, wird das Prinzip Reality TV auf die Spitze getrieben:
Ein Fernsehsender veranstaltet ein Konzentrationslager.  Die Wärter werden gecastet, die Gefangen werden in der Tat einfach von der Straße entführt. Nun müsste man meinen, dass die Bevölkerung aufschreien und eine solche Sendung boykottieren würde, aber die Quoten schießen in die Höhe. Doch als sie stagnieren, dürfen die Zuschauer darüber entscheiden, welcher Insasse als nächstes getötet wird.
Nothomb übersteigert hier das Prinzip dieser Shows, aber sie hält uns auch einen Spiegel vor. Wie weit ist der Zuschauer, der dafür anruft, welcher Insasse eines Camps Penis essen oder in ein Fass mit Kakerlaken steigen muss, davon entfernt auszuwählen, wem noch schlimmeres geschehen soll?
Das Buch ist nicht lang, nur 170 Seiten, aber wie in so vielen Büchern Nothombs ist der menschliche Abgrund bodenlos. Wie weit werden die Fernsehmacher noch gehen, nun, da sie ja auch noch durch eine Nominierung zum Grimmepreis Bestätigung erhalten? Und wie weit werden die Zuschauer noch mitgehen?
 
Amèlie Nothomb:
Reality Show
Diogenes Verlag
ISBN  978-3-257-23943-0
D 8,90€ / CH 12,90 SFr / A 9,20€
 
 
 
 

Dienstag, 29. Januar 2013

Sind Pippi Langstrumpf und die kleine Hexe Rassisten?

Ich muss zunächst Familienministerin Schröder und der durch sie losgetreten Rassismusdebatte im Kinderbuch danken, denn dank ihr habe ich meine Exemplare der Klassiker wieder in die Hand genommen.  Beim Öffnen der Bücher schlug mir zunächst dieser herrliche alte Büchergeruch entgegen, dann kamen die Erinnerungen an Vorlesestunden mit den Eltern und Großeltern in mir wieder hoch.
 
Ich erinnere mich, wie ich damals über Begriffe wie "Neger", "Mohr" oder "wichsen" stolperte, aber auch daran, dass mir erklärt wurde, woher sie stammen und was sie bedeuten. Denn schon in den 80er Jahren waren diese Texte ja schon aus der Zeit gefallen und entsprachen längst nicht mehr meiner Lebenswirklichkeit. Und genau das machte auch ihren Charme aus.
Aber sie sensibilisierten mich für die Geschichtlichkeit von Literatur und für die Macht des Wortes. Und ich lernte, dass es da draußen in der Welt nicht nur nette Menschen gibt.  Ich hatte den Luxus, den viele Kinder heute nicht mehr haben: Eltern, die sich mit mir zusammen mit den Texten auseinandersetzten und die sich dafür interessierten, was ich las und dass ich damit klar komme.
Liebe Eltern, ihr könnt eure Kinder nicht an silbernen Ketten am Handgelenk mit euch herumführen und sie vor jeder Gefahr und Verletzung, körperlicher oder seelischer Art schützen. Nicht absolut. wie eine solche Welt aussähe, kann man in "Das Museum der Diebe" von Lian Tanner nachlesen.  Irgendwann kommen Kinder unweigerlich mit Diskriminierung in Berührung und nicht nur mit Rassismus, sondern auch mit Sexismus und das schneller als den meisten lieb ist, in Kindergarten und Schule. Ich habe rote Haare und wenn ihr euch das Cover der "Kleinen Hexe" betrachtet, stellt ihr fest, dass eines der ältesten Vorurteile immer noch greift: Hexen haben zu 90 Prozent rote Haare.
Wichtig ist für sie da zu sein und es ihnen zu erklären. Wir können nicht die Geschichte umschreiben, denn sie ist ja so geschehen. Es gab nun mal eine Zeit, in der Afrikaner "Neger" genannt wurden. Das können wir nicht ändern und es ist wichtig, dass die Kinder lernen, warum wir dies heute nicht mehr tun, damit das politische und humanistische Bewusstsein in ihnen wächst. Schließlich zeigt es acuh, dass wir uns weiter entwickelt haben. Nur so werden sie wach für die Ungerechtigkeit in der Welt und laufen nicht blind in Ideologien, weil sie es nicht besser wissen. Nicht-Wissen birgt diese Gefahr.
Es ist nicht die Aufgabe der Verlage seit Jahrzehnten erscheinende Bücher zu bereinigen und ein Feigenblatt des Schweigens über die Geschichte zu decken. Pippi Langstrumpf wurde von der "Negerprinzessin" zur "Südseeprinzessin", denn Astrid Lindgren konnte sich nicht mehr dagegen wehren und ihre Erben wollten keinen Ärger und Tantiemen. Weshalb Ottfried Preußler bei der Geschichtsfälschung mitmacht ist mir schleierhaft. Bücher sind auch immer Spiegelbilder der Zeit, in der sie entstanden sind. Ein Blick in "Pippi Langstrumpf" von 1987 zeigt, dass Rolf Rettich, der Illustrator entweder schon eine Sichtweise hatte, wie die meisten Kinder: Denn die Bewohner des Taka-Tuka-Landes, Pippi, Annika und Thomas haben alle die gleiche Hautfarbe. Diese fällt nämlich beim Spielen und Spaßhaben nicht ins Gewicht. Oder er unterlag bereits dem vorauseilenden Gehorsam und traute sich nicht, diese Kinder mit den krausen schwarzen Haaren und den dicken Lippen auch noch dunkel zu malen.
Ich kann verstehen, dass sich die große Schar der Kinder mit Migrationshintergrund im ersten Moment verletzt fühlt, traurig und wütend ist, wenn sie so etwas liest. Aber hier möchte ich erst einmal gratulieren, denn sie lesen und die Trauer und Wut sind der erste Schritt zur Auseinandersetzung mit Literatur.
Ihr beginnt, das, was ihr lest zu hinterfragen und das ist gut so. Ich hoffe, eure Eltern und Lehrer helfen euch dann aber auch zu verstehen, weshalb das in diesen Jahrzehnte und Jahrhunderte alten Texten steht. Es ist auch ein wunderbarer Einstieg sich mit der kulturellen Vielfalt in der Welt auseinanderzusetzen.
Ich jedenfalls werde die alten Ausgaben für meine Kinder aufheben und ihnen später daraus vorlesen. Frau Schröder sollte sich überlegen, ob sie im Familienministerium oder im Wahrheitsministerium von Orwell arbeitet. Und vielleicht sollte sie andere Stellen viel genauer lesen, wenn sie sagt, sie würde ihre Kinder eher anlügen. Um es mit Pippis Worten zu sagen: "Lügen ist hässlich." Ich finde sie grenzenlos naiv und wir haben ein Wort für das, was die Verlage da machen: Zensur.
 
 
 
 

Sonntag, 27. Januar 2013

Writer's Slotmachine Geschichte #3

 Die Vorgaben:
Tanzen / Bungeespringen, Erfurt/ München, Move in the Right Direction/ Die Wanne ist voll, Sage/ Erzählung
Leute, ihr macht es mir mit jedem Mal schwerer, aber auch ein Autor wächst ja an seinen Aufgaben. Ich möchte erwähnen, dass die hier geschilderten Ereignisse und Personen natürlich frei erfunden sind. Ähnlichkeiten sind rein zufällig, aber natürlich beabsichtigt.
 

 
Am –.--.--. war in der Zeitung zu lesen: „Bekannter Volksmusikmoderator bei waghalsigem Bungeesprung vom Münchner Fernsehturm zu Tode gekommen. Bekannteste Samstagabendshow des deutschen Fernsehens wird nun endgültig abgesetzt.“
Natürlich hatte ganz Deutschland am Abend zuvor dabei zugesehen, wie in einem letzten Versuch, seine sinkende Beliebtheit zu retten, Felix Goldbrenner auf den Fernsehturm gestiegen war. Zuvor hatte er sich als Wettpate grob verschätzt, dass der Thüringer Justin Koslowski aus Erfurt es schaffen würde, 10 Kühe nur am Geruch ihrer Euter zu erkennen. Der neue Moderator der Show, der sich in seiner dritten Sendung immer noch beweisen musste, hatte ihm zuvor den Bungeesprung aufgedrückt.
Während sich der völlig Volksmusikmoderator auf den Weg zum Absprungort machte, trat die bekannte Popband Gossip mit ihrem Song „Move in the Right Direction“ auf. Später spekulierte man in den Medien, ob dies eine dezenter Hinweis oder gar Vorsehung gewesen sei. Verschwörungstheoretiker meinten sogar, dass alles sei von Michael Linz geplant gewesen, der das Seil höchstpersönlich angeschnitten hätte, um den lästigen Konkurrenten vom rivalisierenden Sender auszuschalten. Der Auftritt von Gossip sei sein bösartiges Goodbye gewesen.
Inzwischen war Goldbrenner mit dem Kamerateam auf dem Fernsehturm angekommen. Das Team, der Bungeespring Firma wartete bereits auf der Fensterputzplattform. Außenmoderatorin Mandy aus Neukölln war mitgekommen, um die letzten Worte vor dem Sprung aufzunehmen. Im Studio diskutierte man noch im Kreise der deutschen und amerikanischen Filmstars, ob Goldbrenner wirklich springen würde. Was keiner ahnte, Linz hatte hinter den Kulissen bereits Wetten laufen, an denen sich die Stars mit einigen tausend Euro beteiligt hatten. Vor der Kamera gab man sich natürlich zuversichtlich. Bruce Willis, der für seine Filme schon so einige gefährliche Situationen hinter sich gebracht hatte, tat das Ganze immer wieder nur als „Kinkerlitzchen“ ab. Das Wort hatte er gerade von Kollegin Veronika Ferres, die bei solch einer Sendung natürlich nicht fehlen durfte, gelernt.
Schließlich war es soweit. Goldbrenner war in sportliche Kleidung verpackt und mit Sicherheitsgurten eingeschnürt worden und stand an Ende der Plattform und mit einem zünftigen „Gemma!“, ließ er sich in den Abgrund fallen. Die Kamera, die man ihm auf den Rücken geschnallt hatte, nahm noch das wundervolle Münchner Panorama auf. Und plötzlich wurde aus dem begeisterten Johlen Goldbrenners entsetztes Kreischen. Beim Aufprall fiel die Kamera aus.
Entsetzt fiel die dicke Mandy in Ohnmacht. Im Sendezentrum diskutierten Regie und Sendeleitung darüber, ob man die Sendung abbrechen sollte. Im Studio war es still geworden. In der ersten Reihe musste sich eine Zuschauerin übergeben.
Michael Linz fasste sich als Erster wieder und versuchte die Situation zu retten, doch da bekam er über seinen Ohrstecker die Entscheidung der Sendeleitung mitgeteilt. Abbruch. Ihm blieb nur noch die Abmoderation.
Sofort wurden alle Sensationsreporter auf den Weg geschickt, um über das Ereignis zu berichten und so sammelten sich die ersten Fotografen am Absturzort, noch bevor die herbeigerufenen Rettungskräfte vor Ort eintrafen. Dazu kamen die vielen Schaulustigen, die natürlich jede Kleinigkeit mit ihren Smartphones filmten. Auf Youtube und Facebook entstand ein wahrer Videotsunami. Jede Boulevardzeitung und jede sogenannte News Show kauften Privatleuten ihre Handys ab und brachten die exklusiven Filmchen vom Geschehen. Da sah man dann, wie Sanitäter Mandy nach unten halfen, wo sie sich übergeben musste und ähnliche wichtige Details des Abends.
Die Spekulationen reichten von Selbstmord über Materialermüdung bis feigem Mord. Ganz geklärt werden konnte es nie. Wie es immer so ist, krochen nun auch die Wiesel unter den Sensationsreportern aus ihren Bauten und zerrten die kleinen dunklen Geheimnissen des Toten ans Tageslicht. Da war von Drogen die Rede und wilden Orgien hinter den Kulissen des Volksmusikzirkus. Die Paparazzi verfolgten die Verlobte 24 Stunden am Tag, auf der Jagd nach jeder einzelnen Träne.
Nachdem der größte Schock überwunden war, ging die Diskussion um Goldbrenners Nachfolge los. Wer würde in Zukunft seine Sendungen übernehmen? Würde man die Wettshow nun endgültig einstampfen? Was würde aus Linz werden, der den Konkurrenten ja in den Tod geschickt hatte?
In den Talkshows von Maischberger bis Beckmann wurden die Stars vom Sofa bis zum zufälligen Beobachter des Geschehens befragt. Sogenannte Experten durften ihre Meinung zu den Ursachen abgeben und man diskutierte auf allen Kanälen, wie weit die Sensationslust in den Medien gehen durfte.
Kurzum, der Tod des umstrittenen Volksmusikmoderators hatte der Deutschen Presse das Sommerloch gestopft und schon im September war fast alles vergessen und neue Skandale waren in den Vordergrund gerückt und alles ging wieder seinen gewohnten Gang.
 
So und nun die Themen für nächste Woche: Ich benötige eine Phobie, eine Art der Fortbewegung, ein Schulfach und natürlich wieder ein literarisches Genre.
Natürlich dürft ihr mir nächsten Sonntag auch eure eigenen Geschichten ins Kommentarfeld posten. Oder auch zu den aktuellen Vorgaben hier. Ich freue mich schon auf eure Posts.

Mittwoch, 23. Januar 2013

Winterspaziergang an der Alster

Nach Wochen des Piesel-Niesel-Nebel-Ekel-Wetters schien endlich für ein paar Stunden die Sonne. Zeit also für einen Spaziergang zur Alster. Natürlich habe ich das Großereignis fotografisch festgehalten. Wer weiß schließlich, wann wir das zum nächsten Mal zu sehen bekommen. Kaum war ich zu Hause, war der Himmel nämlich schon wieder zugezogen und jetzt schneit es schon wieder.
After weeks of muddy creepy weather, the sun finally came out for some hours. Time for a winter walk to the Alster. I took a lot of pictures, for it might take some time till we see this again. 




Sehen die nicht aus wie kleine Chewbaccas?






Montag, 21. Januar 2013

Writer's Slotmachine - Geschichte #2

Diesmal fiel es mir gar nicht so leicht, aus den vier Angaben 1960, Trabbi, Mantel und Roman einen Post zu machen. Deshalb kommt der Post auch mit einem Tag Verspätung.
Schließlich ist eines klar: Ich kann hier keinen 200-Seiten-Roman innerhalb einer Woche veröffentlichen. Also entschied ich mich, euch hier einen Romananfang zu servieren. Sollte euch der gefallen, gibt es dann bei Gelegenheit eventuell mehr.

Ich habe dem Ganzen noch keinen Namen gegeben.

Also dann:
Es regnete in Strömen und der Dezemberhimmel hing tief über Berlin. Helena zog den Gürtel ihres Regenmantels enger und schlug die Aufschläge nach oben. Sie saß nun schon seit einer halben Stunde in ihrem Wagen und Wartete. Ob er wohl kommen würde?
Sie hatten am Tag zuvor das erste Mal seit 20 Jahren telefoniert. Seine Stimme hatte fremd geklungen, so als käme sie von tausend Kilometern weit her und nicht von der anderen Seite der Stadt, irgendwie eisig, wie der sibirische Winter.  Als es klingelte stand sie noch im Bad und trocknete sich die Haare. Schrill hallte es durch den Flur, als Vera in aus dem kleinen Bad stürzte, das Handtuch noch in der Hand. "Vera Welaski." "Vera? Bist du es? Hier spricht Gunter", die Stimme erschien ihr seltsam bekannt. "Gunter Wer? Ich kenne keinen Gunter." Mit einem Zipfel des Handtuchs versuchte sie das Wasser aus dem Ohr zu bekommen, um besser zu hören. Der Anrufer, schien irritiert, "Gunter Arndt. Wir waren mal verlobt!" Der Schreck war ihr durch alle Glieder gefahren. Vera setzte sich erst mal auf das Bänkchen neben dem Telefon. Nervös drehte sie die Telefonschnur zwischen den Fingern. "Vera sag doch was!" "Was willst du?!", schnauzte sie in den Hörer. Er hatte sie damals verraten, dessen war sie sich sicher. Wegen ihm, war ihre Schwester an der Grenze verhaftet worden und hatte mit Sicherheit eine grausame Zeit in Hoheneck verbracht. Dort war sie nach 2 Jahren Haft gestorben.
Vera hatte es gerade noch geschafft, weil Liesl ihr einen Schubs gegeben hatte und zurück geblieben war. Sie hatte nie wieder etwas von ihr gehört.
Gunter riss sie aus ihren Gedanken: "Ich möchte dich sehen. Ich komme nach Westberlin. Geht ja nu. Ich muss dir was sagen."
Vera wurde wütend. Was bildete der sich ein? Über Informanten und alte Freunde hatte sie kurz nach der Öffnung der Mauer vor ein paar Monaten herausgefunden, dass er seit 1960, also von Anfang an, am Aufbau der Stasi beteiligt gewesen war. Er hatte immer ein Doppelleben geführt. Vera hatte bereits einen Antrag auf Einsicht ihrer Akte bei der Gauckbehörde gestellt.
"Was willst du mir sagen, dass nicht auch am Telefon geht?", fauchte sie in den Hörer.
"Ich muss...ich will...ach...das kann ich einfach nicht am Telefon sagen. Du bist doch Journalistin. Es muss vertraulich sein."
Nun war ihre Neugier geweckt. Einen ehemaligen Stasifunktionär in die Pfanne hauen zu können, würde ihr bei ihrer Zeitung bestimmt Punkte bringen. Die Chefredakteure im Westen konnten gerade im Moment nicht genug von solchen Stories bekommen. Also verabredete sie sich mit ihm am Checkpoint Charlie. Sie wollte nicht, dass er zu ihr kam und nach Ostberlin zu fahren, brachte sie noch nicht über sich.
Und hier saß sie nun, im Dunkeln, im Regen in der Kälte in ihrem Kadett und rauchte eine Zigarette nach der anderen. Fast glaubte sie nicht mehr daran, dass er überhaupt noch kommen würde. Da sah sie die typischen runden Augen eines Trabbis auf sich zukommen. Typisch, er hatte natürlich einen bekommen. Wahrscheinlich hatte er auch nicht warten müssen.
Das kackbraune Gefährt blieb neben ihrem Wagen stehen und Gunter schaltete die Scheinwerfer aus und kurbelte die Fensterscheibe herunter. Vera drückte die Zigarette aus und griff in ihre Manteltasche, um das Diktiergerät einzuschalten.

Die neue Aufgabe sollte folgende Dinge enthalten: eine Tätigkeit, einen Song, eine Stadt und ein literarisches Genre.
Und denkt bitte daran: Diese Rubrik lebt, solange ihr mitmacht. Ich freue mich schon auf eure Kommentare.

Montag, 14. Januar 2013

Der Isemarkt - der längste der Hamburger Wochenmärkte

Der Isemarkt ist so alt wie die Bundesrepublik Deutschland, denn es gibt ihn seit 1949 jeden Dienstag und Freitag von 8.30 Uhr bis 14 Uhr. Seit ich ihn Hamburg wohne, fahre ich immer mit dem Bus daran vorbei und bewundere, wie er sich von U-Bahn Haltestelle Hoheluft bis zum Eppendorfer Baum unter dem Hochbahnviadukt entlangschängelt, geschützt vor Sonne und Regen.
The Isemarkt is as old as the German Federal Republic and exists since 1949. Market time is every Tuesday and Friday vom 8.30 a.m. to 2 p.m. It stretches from the underground station "Hoheluftbrücke" to "Eppendorfer Baum", protected by the viaduct, so you can go shopping in any weather.

 

Am meisten wundert mich, wie voll es hier ist, denn es verschlägt doch eher wenig Touristen hierher. Die Besucher, die hier einkaufen, sind eingefleischte Hamburger, wie meine Nachbarin, die hier schon so lange einkaufen, wie sie hier leben, teilweise schon seit Jahrzehnten. Es sind aber nicht nur Rentner, die hier ihre Einkaufwägelchen hinter sich her ziehen, sondern auch viele Junge Leute und Eltern mit Kindern. Viele nutzen die gute Verkehrsanbindung, um auf dem Weg zur Arbeit ihre Einkäufe zu erledigen. Man kennt sich, trifft sich auf einen Klönschnack mit Bekannten oder den Händlern und deckt sich mit frischem Gemüse, Obst, Fleisch, Käse und Fisch aus der Umgebung ein. 
So gesehen, ist das hier gelebte Ökologie. Und es gibt außerdem Unmengen von Strickwaren zu kaufen. Anscheinend steckt in Handarbeit doch wieder Geld. Beeindruckt war ich aber auch vom dem riesigen Stand, der nur Bürsten verkauft. Bürsten aller Art, Haarbürsten, Flaschenbürsten, einfach alles. Das gibt es wirklich nur noch selten.
I was wondering, how many people are shopping at the market, because it is only held on weekdays and there are only few tourists. Most of the people are living in the neighbourhood and buy there since they live here, sometimes since decades. But there are not only old people, pulling their little trolleys, but also young people and parents with their children. Many of them do their shopping on the way to work. 
And it's a very familiar atmosphere. People chatting with their neighbours or the merchants, while they buy fresh vegetables, meat, cheese and fish from the surrounding country. This is lived ecology. 

                       

Hier beantwortete sich auch eine Frage, die ich mir schon seit drei Jahren stelle. In ganz Eppendorf und Hoheluft habe ich bisher noch keine Fleischerei finden können. Meine Divise ist ja: Support your local dealer. Und ich misstraue generell erst mal der Ware aus dem Supermarkt. Aber nun weiß ich, wo die Hamburger ihr Fleisch beziehen: an einem der vielen vielen Fleischerstände auf dem Wochenmarkt. Und hier bekommt man wirklich alles. Vom erstklassigen Steak bis zum Suppenfleisch. Und wieder wurden die Tiere in der näheren Umgebung aufgezogen und geschlachtet.
I could also solve the question, why I couldn't find any butchers in Eppendorf and Hoheluft. I don't really trust meat from the super market and like to support small local dealers. But now I know, that the people buy their meat from one of the many many butchers at the market, which is again very ecological, because the cows, pigs and sheep grew up around Hamburg and where also slaughtered here.


Frischen Fisch gibt es hier natürlich auch. Gefühlt stehen hier zehn Fischstände. Es dürfte also für jeden etwas dabei sein.
You can also get lots of fish on this market.


Natürlich drehen Hunde an den Fleisch und Fischständen bereits fast durch, aber richtig Halligalli ist an einem bestimmten Stand. Denn dort gibt es den guten Stoff: Hundekekse und andere Leckereien für Vierbeiner. Kein Hundebesitzer kommt so einfach an diesem Stand vorbei und zwei Minuten nach diesem Foto hatte sich schon eine schwanzwedelnde Meute angesammelt, alle wie hypnotisierend und sich die Schnauzen leckend.
Dogs almost get crazy at one special stall. It is selling dog's cookies and other stuff only for dogs. They gather in crowds there, waging their tails and licking their lips. They absolutely know that this is their place.


Bücher gibt es hier auch, denn die Buchretter haben es sich zur Aufgabe gemacht, Bücher anzubieten, die in den Buchhandlungen schon lange nicht mehr erhältlich sind. Vom Medicus bis zu Sachbüchern lohnt sich das Stöbern für Bücherfans auf jeden Fall.
You can even buy books here. The Buchretter sell books that are out of the normal book shops for a long time. So it is worth to delve among the books.


Zwischendurch braucht man dann einfach ein Päuschen. Dazu laden eine ganze Reihe von kleinen Ständen an, die Kaffee, Kuchen, Waffeln oder auch Würstchen anbieten. So ein Marktbesuch ist schließlich kein Supermarkteinkauf, bei dem man schnell alles in seinen Wagen packt und wieder abhaut. Auf dem Markt einzukaufen ist mehr ein Lebensgefühl. Man lässt sich Zeit und benutzt alle Sinne und kann sich direkt mit den Erzeugern auseinandersetzen.
Hier gibt es wirklich alles, was das Herz begehrt.
Wer sich genauer informieren will, der sollte sich unbedingt die liebevoll gestaltete Homepage www.isemarkt.com ansehen, dort gibt es auch Infos zu den Händlern.
From time to time one needs a break and the many little cafés and snack bars are very inviting, selling coffee, cakes, waffles or hot saussages. Shopping at the market is not like shopping in the supermarket. It is a way of living and takes its time. It is an experience for all senses.




Sonntag, 13. Januar 2013

Writer's Slotmachine - Geschichte #1

Es war doch gar nicht so leicht, sich etwas zu den Möglichkeiten Italien / Spanien, Steak/ Lammsouvlaki, Architekt / Mathematikprofessor und Comedy auszudenken.   Aber es ist mir gelungen. Unten findet ihr die erste Geschichte, die die Slotmachine ausgespukt hat. Urteilt selbst und hinterlasst gerne Kommentare, wie ihr sie findet.

              

"Maaaaaammmmaaaa! Beni hat mir seinen angelutschten Finger ins Ohr gesteckt!", brüllt Mia vom ihrem Kindersitz auf dem Rücksitz. Und schon kommt ein motziges "Gar nicht wahr!" von der anderen Ecke.
So geht das schon die ganze Fahrt. Sabine atmet tief durch, dreht das Fenster ein Stück weiter runter und drückt das Gaspedal durch. Im Auto ist es brütend warm und auch der Fahrtwind bietet hier in der spanischen Tiefebene keine Kühlung. Es ist so heiß, dass sie schon seit Stunden dieselbe gerade Straße entlang fahren und nichts anderes sehen als verdorrte Sonnenblumen. Wer kommt schon auf die Idee, im August nach Spanien zu fahren? Achja, sie selbst. Aber sie hatten schließlich ein Ziel. Jens, der Vater ihrer reizenden Blagen, baut an der Costa del Sol als Architekt eine neue Ferienanlage und Sabine findet, dass ein paar Tage am Strand Ihnen gut tun wird und die Kinder so zumindest nicht vergessen, wie ihr Vater eigentlich aussieht. Jens weiß allerdings von seinem Glück noch nichts. Allerdings war es ein hartes Stück Arbeit gewesen, ihren Plan geheim zu halten, denn gestern hätte Beni sich beim Gute-Nacht-Videochat beinahe verraten.
"Maaaammmmaaaa? Wann sind wir endlich da? Ich muss mal!", dröhnt es wieder in weinerlichem Ton aus dem Kindersitz. "Mia, Schatz. Es dauert noch ein Weilchen. Aber in ein paar Kilometern kommt eine Ortschaft, da kannst du Pipi machen." 
"Ich piescher mir aber gleich in die Hose!" Ben kichert: "Hihi, Hosenpisser!" Und schon heult Mia. Sabine reißt bald der Geduldsfaden. "Schluss jetzt! Beni, hör auf, deine Schwester zu ärgern! Und Mia, wenn du noch ein bisschen durchhälst, gibt's nachher ein Eis!" 
Ganze fünf Minuten Ruhe sind ihr vergönnt, dann geht es wieder los. Beni ärgert Mia und Mia heult. Plötzlich fliegt etwas an Sabines Ohr vorbei direkt in die Windschutzscheibe. Abrupt kommt der Wagen zum Stehen, als sie auf die Bremse tritt. Mias Puppe liegt auf dem Armaturenbrett. Endlich ist es still im Auto. Die Hitze sammelt sich im Inneren. Langsam dreht sich Sabine um und schaut ihre Kinder an. "Beni war's!" "Nein, Mia war's!" Schon geht es wieder los. 
"Raus! Steigt sofort aus!" Es zischt, als Sabine diese Worte hervorstößt. Vier große Kinderaugen schauen sie nur unverständig an. Wie in Zeitlupe schnallt Sabine sich ab und steigt aus. Sie reißt die Tür zum Fond des Fiat Panda auf, schnallt Mia ab und holt sie aus dem Kindersitz. "Beni, du auch. Raus!" Völlig verblüfft steigt Beni aus. Sabine schmeißt die Autotür zu und steigt wieder auf den Fahrersitz. Unter den entsetzten Blicken ihrer Kinder lässt sie den Motor an und fährt los. Zuerst schauen die beiden Zwerge nur ungläubig, doch dann laufen sie dem Auto nach. "Maaaaaaaaaaaaaaaaammaaaaaaaaaaa!" 
Ein paar Meter weiter bremst Sabine und schaut in den Rückspiegel. Die entsetzten Gesichter ihrer Kinder sind wirklich zu gut. Sie lässt sie bis auf ein paar Zentimeter herankommen, dann gibt sie mit einem diabolischen Grinsen auf den Lippen wieder Gas. So ein paar Meter laufen schaden zumindest  dem Pummelchen Beni nicht. Keine Ahnung, wie der immer wieder an die Süßigkeiten rankommt, die ihn so fett werden lassen. Sabine kaufte schon nichts mehr. Insgeheim hatte sie ihre Schwiegermutter im Verdacht. Jens Mutter ist Griechin und ihre ganzes Leben scheint sich ums Essen zu gehen. Und am liebsten füttert sie Beni mit süßen Leckereien. Jens hält Sabine auch immer vor, dass sie sein Lieblingsgericht Lammsouvlaki nicht so hinbekam wie seine Mutter. 
All das kommt in Sabine gerade hoch.
Schwerfällig läuft Beni dem Wagen hinterher, Mia hinter sich herziehend. Und wieder hält Sabine an und wartet, bis die beiden nah genug heran kommen, um dann wieder anzufahren. Allmählich macht ihr das Spiel richtig Spaß. Beim dritten Mal bleibt sie stehen und steigt aus. Im Kofferraum liegt noch eine Flasche Wasser, die holt sie jetzt raus. Das Wasser ist brühwarm. Heißer jedoch sind die Tränen ihrer Kinder. "Mama! Bitte nicht wegfahren! Wir sind auch ganz lieb!" Beni ist ganz außer Atem und verschwitzt. Gierig trinkt er das Wasser, dass Sabine ihm hinhält. Mia kann sich gar nicht mehr beruhigen und drückt sich heulend an Sabine. Nach einem ernsten Gespräch darüber, dass es gefährlich ist, während der Fahrt mit Gegenständen zu werfen, und nachdem Sabine Mia am Straßenrand abgehalten hat, sonst wäre doch noch ein Unglück passiert, setzten sie ihren Weg durch die Wüstenlandschaft fort. Es wir diene ruhige Fahrt, denn beide Kinder schlafen erschöpft auf dem Rücksitz ein. Liebevoll betrachtet sie die beiden. Wenn sie schlafen, sind sie ja wirklich Engel.

So, und nun brauchen wir neue Themen: Nennt mir mal ein Jahrzehnt, ein Fahrzeug, ein Kleidungsstück und natürlich ein literarisches Genre.

Dienstag, 8. Januar 2013

Leselust - Die Enden der Welt von Roger Willemsen

Glaubt nicht, ich hätte so lange keine Leselust gepostet, weil es keine guten Bücher gegeben hätte. Im Gegenteil, ich habe noch keinen ganzen Stapel abzulesen.
Am liebsten gehe ich mit und in Büchern auf Reisen. Und Roger Willemsen ist in diesem Fall ein besonders interessanter Reisegefährte gewesen, denn er nimmt uns mit an "Die Enden der Welt". Der Weltenbummler, dessen Pass alleine schon Geschichten erzählen könnte, war buchstäblich an den Enden dieser Welt, in Patagonien, Gibraltar, am Nordpol und so vielen Orten, dass ich bezweifle, dass er selbst noch alle aufzählen kann. 
Einige der interessantesten Reisen hat er zwischen zwei Buchdeckeln eingefangen. Sein Stil ist traumwandlerisch sicher und die Beschreibungen tief bewegend, denn er geht dorthin, wo es weh tut. Besucht Orte und Menschen, von denen sich jeder eher fernhalten würde. Wie die aidskranke Hure in Indien, die er im Vorhof zur Hölle aufstöbert und ihre ergreifende Geschichte erzählt. Er spart nichts aus und erspart seinem Leser auch nichts, auch nicht den Tod, der sich wie ein Band durch dieses Buch gewebt hat. Seine Geschichten sind keine netten, bunten Reiseberichte von den schönsten Orten der Welt, er zeigt aber trotzdem auch die Schönheit im Hässlichen, denn so ist die Welt, an ihren Enden vielleicht einfach nur viel extremer.


Roger Willemsen:
Die Enden der Welt


Fischer Verlag
Paperback 
ISBN: 978-3-596-17988-6
10,99€ / 
Hardcover:
ISBN: 978-3-10-092104-8
22,95€
Leseprobe
Hörprobe (Roger Willemsen liest selbst)



Montag, 7. Januar 2013

Lüneburg - hier können sogar Häuser schwanger sein

Bei der Sichtung von Fotos aus dem letzten Jahr fiel mir auf, dass ich euch noch einen Bericht über Lüneburg schulde. Da Lüneburg das ganze Jahr über schön ist, hole ich das hier nach.
An einem ganz besonderen Tag, meinem dreißigsten Geburtstag, machten meine Eltern und ich uns auf zu einer Landpartie. Sogar der Wettergott machte mir ein Geschenk, denn solch prächtige Herbsttage gibt es hier im Norden wirklich sehr selten. Dieser war perfekt.
While looking through my pictures from last year, I found that I still owe you a post about Lueneburg. Since it is beautiful all of the year, I want to catch up on it, now.  We've been there on a golden autumn day which was absolutely perfect. 


Lüneburgs alte Giebelhäuschen strahlten uns entgegen und luden zu einem Bummel durch die Altstadt ein. Hier fand meine Mutter all die Drehorte ihrer Lieblingsserie "Rote Rosen" wieder. Für eine Serie hätte man wirklich schlechtere Orte wählen können, die man nicht erst nachbauen muss. Obwohl einem die Stadt teilweise wirklich ein bisschen wie eine Filmkulisse erscheint, so pitturesk ist das Städchen. Das mag daran liegen,  dass noch so viel Bauten aus der Hansezeit erhalten sind. Die schmalen, aber hohen Häuser mit ihren grundverschiedenen Giebeln versetzten einen sofort in eine andere Zeit. Bei sehr vielen kann man noch die Luken sehen, durch die die Waren an Flaschenzügen eingeholt wurden.
Lueneburg's old gable houses are really picturesque and the Old Town appears a bit like a film set for a fairy tale movie. Most of them still originate from the times of the Hanse, and one can still see the portholes where the goods were brought into the house via pulley.



Und noch etwas fällt bei einem Rundgang durch die Altstadt auf: Die Leute sind alle sehr entspannt. Niemand ist in Eile, keiner sieht gehetzt aus. Die alten Gebäude strahlen eine Ruhe, ja fast Behäbigkeit aus, dass man sich sofort entschleunigt. Und es gibt viel zu stöbern, denn in den meisten alten Häuser befinden sich kleine Läden und Cafés. 
It is remarkable, how chilled the people are. Nobody seems to be in a hurry. The old houses emit so much peace that one immediately feels slowed down. And there is much to see, because in many of theres need little houses we can find Cafés and little shops .



Es lohnt sich, jedes der kleinen Gässchen zu erforschen, denn wer hier eines der denkmalgeschützten Häuschen besitzt, ist sich der Wirkung bewusst und so ist jedes Haus ein Kleinod. Am liebsten hätte ich jedes einzelne fotografiert, denn die Lüneburger geben sich wirklich viel Mühe mit der Gestaltung ihrer Fassaden. Man sieht viele Blumen und viele Farben, gerade bei den Haustüren, deren grelle Farben, sich vom roten Backstein sehr schön abheben und auf den Passanten einfach sehr einladend wirken. Man kann sich direkt vorstellen, wie dahinter hanseatische Damen früher ihren Tee eingenommen haben und dazu einem Stück des in Norddeutschland so köstlichen Apfelkuchens knabberten. Diesen kann man im Sommer übrigens super in einem der Cafés in der Schröderstraße einnehmen. Die Straße ist dann bunt von den Sonnenschirmen, wenn die Besitzer ihre Lokale nach draußen erweitern.
Every single one of the little streets is worth to be discovered, because the owners of the little houses spent much time to make them looks pretty. There are lots of flowers and these fantastically coloured doors that seemed to me very inviting.


Apropos: nach unsere Wanderung über das Kopfsteinpflaster waren wir hungrig und da es sowieso gerade zu nieseln begann, kehrten wir ein ins Mälzer Brauhaus. Hier herrschte emsiges Treiben, denn mittags gibt es hier ein Buffet. Dampfende Töpfe und dampfende Menschen waren zu sehen. Zum Glück, konnte man im oberen Stock aber auch gemütlich sitzen und à la Carte bestellen, denn wir sind alle nicht so wirklich Fans von Buffets. Von oben hatte man einen tollen Blick über das ganze Lokal und während wir etwas vom hauseigenen Bier probierten, konnten wir gleichzeitg zusehen, wie es gebraut wurde.
Auch das Essen war hervorragend. So gefiel mir mein Geburtstag. Liebe Menschen, eine schöne Stadt und gutes Essen.
Frisch gestärkt schlenderten wir weiter durch die Altstadt und sorgten mit den beiden Großpudeln meiner Eltern für Aufsehen, denn die beiden jagen der Tauben. :-) Und die Pferdekutsche, mit der Touristen durch die Stadt gefahren werden, waren ihnen auch nicht ganz geheuer. 
We took my Birthday lunch in a brewery called Mälzer Brauhaus. Unfortunately there is no English Homepage, but I can tell that the beer and the food are delicous. And while you are eating, you can watch how the beer is brewed in the large cauldrons. 

Ein bisschen versteckt in der Waagestraße liegt das schwangere Haus. Der Gipsmörtel zwischen den typischen roten Ziegelsteinen hat sich im Laufe der Jahrhunderte so sehr mit Feuchtigkeit vollgesogen, dass eine große Beule entstanden ist, der das Haus seinen Namen zu verdanken hat.
Hidden in Waagestraße we can find the "Pregnant House". The gypsum mortar is so saturated with moisture that it build out a bulge which gave the house its name.

Ständig sieht man Leute, die sich fürs Foto über die Ausbeulung legen. Für die Besitzer muss das wahrscheinlich nervig sein, aber auch irgendwie lustig.
Und natürlich haben auch wir uns dem Ritual angeschlossen, was komische Fotos fürs Familienalbum ergab.
Hier gibt es allerdings nur die Variante ohne meine Mutter zu sehen, die ich zwang, sich an die Hauswand zu lehnen.
One can see people leaning over the bulge for a photo all the time. Must be a bit annoying for the owners, but it's also funny.
Angefüllt mit neuen Eindrücken und müde vom Laufen über das mittelalterliche Kopfsteinpflaster machten wir uns auf den Heimweg. Lüneburg als Altersruhesitz muss nett sein, oder, wenn man Kinder hat. Ansonsten wäre es mir aber doch noch einen Tick zu ruhig. Für einen Besuch an einem goldenen Tag, kommen wir aber gerne wieder.
Und noch ein Tipp: Wer gerne mal Urlaub hier machen möchte, aber keine Hotels mag, aber das Besondere, sollte sich mal die Ferienwohnung im alten Wasserturm anschauen. Über fünf Stockwerke verteilt, mit insgesamt 97 Stufen kann man hier entspannen, dem Wasserrauschen lauschen und ist in nur wenigen Gehminuten an allen interessanten Orten der Stadt, weil er Turm so zentral direkt im Hafenviertel liegt. Und der Blick von obersten Stockwerk ist mit Sicherheit auch famos.
Who like special places to sleep, should try the holiday appartment in the old water tower.


Sonntag, 6. Januar 2013

Die "Writer's Slotmachine" - Neues Jahr - Neues Glück - neue Rubrik

Meine Damen und Herren! Kommen Sie! Kommen Sie nur näher heran!
Das Jahr ist neu und neu ist auch die Rubrik in diesem Blog: Die "Writer's Slotmachine". 

Diese Rubrik wird dadurch lebendig, dass ihr mitmacht:
Jeden Sonntag dürft ihr mir Themen, Kategorien, Wörter, Begebenheiten usw. an den Kopf werfen, sozusagen an der Slotmachine ziehen. 
Bei Mehrfachnennung einzelner Kategorien, werde ich mir ganz undemokratisch eine aussuchen.
Ich muss daraus innerhalb einer Woche eine Geschichte machen und diese dann posten. Das können Krimis sein, Liebesgeschichten, Science Fiction, einfach alles.
Ihr dürft dann selbst urteilen, wie ihr das Ergebnis findet.

Beginnen wir einfach: Nennt mir ein Urlaubsland, einen Beruf, euer Lieblingsessen und natürlich ein literarisches Genre.

Noch eine Bitte: Damit alle etwas davon haben, nutzt für dieses kleine Spiel bitte nur das Kommentarfeld des Blogs und nicht etwa Facebook. So kann ich auch den Überblick besser behalten. Und natürlich dürft ihr euch beteilen und aus den vorgegebenen Worten, auch Geschichten schreiben und sie als Kommentar veröffentlichen, wenn ihr wollt. 
Ich bin schon total gespannt!

The New Year just started and so a new blog category starts, too: the "Writer's Slotmachine".
Every Sunday you can name topics, categories, words etc. I have one week to write a story and will have to post it the next Sunday.
You can judge about the result then or write your own story over the week and post it in the commentary field.
But please only use the commentary field for the game and not Facebook, so that everyone can participate.

Ok, let's start it easy: Name a holiday country, a profession, your favourite dish and a literary genre.