Mittwoch, 18. Juli 2012

Glasgow - schmutzig und verschlafen

"Fahrt nicht nach Glasgow!" Das war der Rat unserer Zimmerwirtin in Prestwick. Doch auf unserer To-Do Liste stand Shopping und dafür ist Glasgow super. Abends wollten wir noch ein bisschen durch die Clubs ziehen. Das Hostel war zwar eine ziemliche Bettenburg, aber Zimmer und Etagenbad waren dafür sauber.
"Don't go to Glasgow!", our landlady at the B&B in Prestwick told us at least ten times. But it was on our to-do-list for shopping, because Glasgow is amazing for shopping. 
Our hostel was a large concrete hostel but the rooms and shared bathroom were clean.

Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es los. Meine Freundin war ja noch nie hier. Ich war vor ein paar Jahren zweimal da und kannte also schon die besten Shoppingstopps.
Auf dem Weg begegnete uns eine sehr besondere und vor allem lange Parade.
In jeder dieser Taxen saß ein verkleideter Fahrer, von Superman, über Kermit, bis hin zu einem riesigen Hund. Und die Fahrgäste waren Kinder aus einem der örtlichen Behindertenwohnheime und deren Eltern und Betreuer. In ganz Glasgow kann kein Taxi mehr verfügbar gewesen sein, denn es waren mindestens an die hundert Wagen. Dieser hier gefiel mir besonders gut:
Und ja, die komische Figur hinter dem Steuer ist in der Tat ein Mensch.
Die Kinder waren ganz begeistert und winkten wie verrückt. Ehrensache, dass wir bis zum Schluss stehen blieben und zurück winkten. Über die Straße wären wir sowieso nicht gekommen.
After a short break we were off to town. SHOPPING!
Since I was here twice before, I knew the good spots.
But on our way we met this wonderful parade. In every taxi was a driver in costume, and the guests where children of a local home for challenged children and their parents.  There couldn't have been any taxi in the whole town, because taxi after taxi passed us, at least a hundred or so. The kids were so happy and waved all the time, they passed, and we couldn't resist waving back at every single one of them. We couldn't pass the street, anyhow.

Dieses Erlebnis war aber ehrlich gesagt, eines der wenigen tollen. Denn irgendwie ist Glasgow doch schon ganz schön hässlich. Irgendwie hatte ich sie nicht so schmuddelig in Erinnerung. Es könnte daran liegen, dass ich damals noch Studentin war, nur aufs Shoppen und Feiern aus, und es die meiste Zeit dunkel war, als wir in der Uishge Beatha und in den privaten Studentenclubs abhingen. 
Anyway, this was the only really good thing happening in Glasgow. I never realised how ugly it is. I didn't remember it as so filthy. Maybe I didn't care as a student, when my focus was on shopping and partying. And it was dark most of the time, when we drank in the Uishge Beatha and the privat student clubs or danced in the ABC Club.
Beim Shoppen machten wir noch ein paar lustige Entdeckungen:
Dieser Laden einer Klamottenmanufaktur, hat sich, statt sie auszusondern, eine alten Nähmaschinen einfach als Deko ins Schaufenster gestellt und zwar in alle. Das müssen an die zweihundert Maschinen oder mehr gewesen sein. Sieht wirklich beeindruckend aus und zeigt Mut zur Tradition.
While shopping we found this shop of a shirt manufacture. they use their old sewing mashines as decoration, hundreds of them. Amazing.

Während meine Freundin sich mit reichlich Schuhen eindeckte, wurde ich nicht so richtig fündig. Denn auch das hat sich anscheinend verändert. Früher war Glasgow ein Ort, der Leute mit echt verrückten Klamotten und Mut zum ganz persönlichen Stil. So konnte man hier auch immer etwas besonderes finden, aber inzwischen, ist auch hier die Einheitssoße eingekehrt. Schade...
While my friend shopped her brains out for shoes, I could find anything really cool. One day Glasgow was the town of crazy clothing and people with cool styles. But know it was kind of mainstream. A pitty...

Das einzige was blieb, waren die Sänger an den Straßenecken, denn die beste Musik des UK kommt nunmal von hier, siehe Travis, Emelie Sandé, Amy McDonald....
But one thing was nice as always: The singers in the streets. They have some of the best here. Remember, that Travis, Emilie Sandé, Amy McDonald...

Dafür gab uns die Kunst Rätsel auf. Vor dem Museum of Modern Art steht nämlich der hier rum:
Eigentlich steht der Reiter ja schon immer da. Zumindest war er die letzten beiden Male, die ich in Glasgow war, auch dort. Doch ist das jetzt etwas einfältige Kunst, oder einfach nur ein ziemlich blöder Streich von besoffenen Studenten? Man weiß es nicht.
Is this shiftless art or just a silly joke of drunken students? We are still puzzled.

Abends wollten wir dann schön ein bisschen durch die Clubs ziehen, aber was soll ich sagen? Die Stadt war nahezu ausgestorben. Dazu kam, dass Semesterferien waren und im Juni, ohne Studenten, die Studenten die Stadt abends wie leergefegt ist. Keine wirklich nennenswerte Schlange vorm ABC Club, nur ein paar Teenies, die schon nachmittags für ein Marina and the Diamonds Konzert anstanden. Kaum zehn Leute saßen in der Sportsbar, in die es uns dann verschlug. Für uns bedeutete das einen sehr frühen Abend im Hostel, zum Glück hatte ich mich ja mit Lesestoff eingedeckt.
Alles in allem war ich von meiner einstigen Lieblingsstadt, die ich auch immer gegen Edinburgh verteidigt habe, enttäuscht. Liegt es an der Stadt, oder bin ich einfach aus ihr herausgewachsen?
Und noch eine Nachricht an Bravissimo. Das ist nun schon die zweite Stadt, in der wir euren Laden nicht finden konnten. Wo versteckt ihr euch nur?
At night, we wanted to dance through the clubs, but what shall I say? The town was like a morgue. The summer holidays had already begun and without students the streets are empty at night. There wasn't a real queue in front of the ABC Club, and not even ten people in the sportsbar, where we landed, in the end. So it was an early night for us and luckily, I had bought enough books.
My Fazit: I was disappointed. Was it Glasgow? Or did I just grow out of it?


Where to stay:

Mc Lays Guesthouse, 260/276 Renfrew Street, Glasgow, G3 6TT, 56 GBP pro Doppelzimmer

Mc Lays liegt direkt in der Innenstadt, man kann gleich aus der Tür und die Straße hinunter fallen und ist in den Bars und der Einkaufsmeile. Und sie verkaufen sogar sehr günstige Tickets für das Parken direkt auf der Straße davor. Die Zimmer sind sauber, haben Fernseher und auch die Etagenbäder sind schön sauber.
Mc Lays is situated in the city centre, so you can just drop out and you are at the bars and the shoppin mile. They also sell cheap tickets for parking in front of the hostel. The rooms are clean and have tv, and even the shared bathroom was really clean.