Donnerstag, 31. März 2011

Niemals geht man so ganz...

 "Und da sie in Eintracht die Jahre verbracht hätten, solle dieselbe Stunde sie fort nehmen damit keiner des anderen Grab sehen müsse. Diese Bitte wurde ihnen erfüllt. Nach einer Reihe von Jahren, als ihre Zeit gekommen war, sahen zugleich Philemon und Baucis wie sich ihre Körper mit grünen Blättern und Zweigen umkleideten. Als über ihre Gesichter schon die Wipfel der Bäume wuchsen, sprachen sie noch miteinander solange es ihnen vergönnt war und sagten sich Lebewohl. Danach verhüllten sie Zweige und Laub. 
Heute noch stehen Stamm neben Stamm sich nah' - aus den beiden Körpern gewachsen." (Ovid: Metamorphosen, 8, 611-724)
Dieses Zitat geht mir in diesen Tagen des öfteren durch den Kopf. Denn ist es nicht schön, wenn man zusammen mit dem geliebten Menschen abtreten darf? Für die Angehörigen ist es mit Sicherheit schrecklich, aber die Liebenden haben das Glück, dass keiner von beiden zurückbleiben und am Grab des anderen weinen muss.
Vor einigen Wochen wurden bei einem schrecklichen Unfall ein Bekannter und seine Frau aus dem Leben gerissen, zusammen mit zwei weiteren Menschen. Und bei all dem Entsetzen darüber und der Trauer, kam mir doch immer wieder dieser Gedanke, und dann entdeckte ich in Planten un Blomen doch tatsächlich dieses Baumpaar, zusammengewachsen aus einem Stamm aber zwei mächtige Kronen. :-)

Samstag, 19. März 2011

Lieblingsplätze



Jeder hat ja so seine Plätze im Leben, an denen man sich so richtig wohl fühlt. Einer davon ist für mich das japanische Teehaus in Planten un Blumen. Die Ordnung und die Stille schaffen auch Ruhe in meinem Inneren, besonders an einem sonnigen Tag.

Und nun eine Frage an die Hamburger und Hamburgliebhaber: Wo liegt wuwr Lieblingsplatz in der schönsten Stadt Deutschlands? verratet ihr mir Stellen, die ich mir unbedingt noch ansehen sollte?

Samstag, 5. März 2011

Dinge, die ich auf St. Pauli gelernt habe

Neulich waren ein paar liebe Freundinnen zu Besuch und natürlich wollte ich ihnen ein unvergessliches Wochenende bereiten, also ging es abends auf die Reeperbahn. Klar.
Und wir haben an diesem Wochenende so einiges gelernt.
Erstens: Unterschätze nie süße, blonde Mädels. Sie schaffen Stufe 10 von 12 im Schärfegrad für Currywurst, was ihnen die Anerkennung der anwesenden Herren im Kiezbruzzler einbrachte. Die hatten sich nur auf Stufe 4 gewagt und sind wie ich damit "Klappspaten".
Zweitens: Die Mädels, die aussehen wie Bordsteinschwalben, sind es garantiert nicht. Denn die Nutten sind wesentlich vernünftiger und tragen bei der kalten Witterung warme, eher sehr unsexy Daunenklamotten in scharfem Neon. Wir haben uns nur gefragt, ob sie alle im gleichen Laden einkaufen, oder ob sie alle gleich ausgestattet werden. Aber ich kann sie verstehen, wenn ich die ganze Nacht da draußen rumstehen müsste, wollte ich's auch warm haben. Die besoffen Freier verwirrt es allerdings des öfteren, und sie quatschen die aufgetakelten Mädels an, die nur zum Feiern auf dem Kiez sind. Die Koberer vor den Clubs sind aber sehr nett und aufmerksam und halten einem die ekligen Typen vom Hals.
Drittens: Das Wort "cupcake" hat ab jetzt zwei Bedeutungen. Samstag Abend hatte ich für meine Mädels nämlich ein besonderes Schmankerl: Ich führte sie ins Queen Calavera, Hamburgs einzige Burlesque Bar. Wir waren kurz vor Mitternacht dort, gerade richtig für eine total lustige Vorführung, denn die Tänzerin war als Geburtstagstorte verkleidet. Und die typischen Tassels waren eben Cupcakes, sogar mit kleinen Kerzchen, die sie anzündete und ein Geburtstagskind durfte sie ausblasen. Wir waren so begeistert, dass wir am nächsten Tag gleich in der Boutique Bizarre waren, um herauszubekommen, wo man die bekommt. Tja, leider sind es wohl Spezialanfertigungen.
Das Foto habe ich mir mal von der Seite des Hamburger Abendblattes "geliehen", denn im Club ist Fotografieren verboten. Hätte euch sonst gerne die süßen Teile gezeigt.

Ach und viertens: Mädels aus Frankfurt, Schweden und Kanada können definitv richtig übel feiern.