Donnerstag, 2. Juni 2011

Das Mittwochsbuch: Die Kunst, Chanel zu sein...

Copyright: Schirmer / Graf
...Coco Chanel erzählt ihr Leben ist eigentlich das Mittwochsbuch, kommt allerdings am Donnerstag, weil mir gestern zu viel dazwischenkam, um zu schreiben. Also entschuldigt bitte die Verspätung.
Der Schirmer / Mosel Verlag hat zum 40. Todestag, der wahrscheinlich größten Modeschöpferin aller Zeiten die von Paul Morant aufgezeichnete Biografie wieder aufgelegt.
Darin erzählt Coco dem Leser im Plauderton aus ihrem Leben, von der harten Kindheit in der Auvergne bis 1946 als sie sich ins freiwillige Exil nach St. Moritz zurückzog. Sie war eine harte Frau, hart gegen andere aber vor allem auch gegen sich. Ihrem Wunsch, Mode zu machen, ordnete sie alles unter, vor allem ihr Liebesleben. Auf Kinder verzichtete sie völlig und Männer hatten nur als zeitweilige Liebhaber Platz in ihrem Leben. Wobei es dann gleich die großen Männer ihrer Zeit waren.
Morant nennt sie die Belle sans merci, die Schöne ohne Gnade und das ist noch nett. Doch sie selbst ist wohl am ehrlichsten mit sich, kannte ihre Stärken und ebenso ihre Schwächen, wo die größte Stärke wohl darin lag, ihre Schwächen in ersteres zu verwandeln. So wurde sie schon sehr jung die Geliebte großer Männer, doch vor allem schuf sie sich dadurch Freiheit, Unabhängigkeit und nicht zuletzt ein Imperium, in einer Zeit, die lange vor dem Feminismus lag. Sie bewies hervorragend, dass Frauen es immer ganz nach oben schaffen konnten, ohne ihre Weiblichkeit, Stil und Eleganz zu verraten oder auf Quoten zu pochen oder gar Männer zu verdammen, solange sie es nur wirklich wollten.
Ihre schonungslose Ehrlichkeit weiß sie geschickt in Witz und Ironie zu verpacken, dass sogar Gemeinheiten, und sie muss eine sehr gemeine Persönlichkeit gewesen sein, charmant wirken, solange man nicht derjenige war, über den sie richtete.
Am meisten bewundere ich aber, dass sie sich einen Dreck um Konventionen scherte. So befreite sie die Frauen vom Korsett und lebte ganz selbstverständlich mit verheirateten Männern zusammen, ohne sich Sorgen darüber zu machen, was andere von ihre dachten. Dieses Buch zeigt ganz ehrlich, wie schwierig sie gewesen sein muss, aber genau das macht sie so bewundernswert.


Coco Chanel was one of the greatest, if not the greatest, fashion designers of the world. In this biography by Paul Morant, who wrote down a series of interviews he had with Coco during her selfchosen exile in St Moritz in 1946. In a very chatty voice she shows her life to the reader from her hard childhood in the Auvergne to the time when she had to close her salon during WWII.
She was a hard woman, hard against others but also against herself, subordination her private life completely under her wish to create fashion. The idea of children seems to have never occured and men only had a space in her life as lovers but never as husbands. Morant calls her La Belle Sans Merci, the beauty without merci. But this mercilessness was the recipe for her success. In an early age she became the mistress of some great men but used them to get her freedom and independence and thus created her own empire of fashion - in a time that was long before feminism even was an issue. She gives an example that a woman can reach the top, without giving up her feminity, demanding quota, and  blaming men, as long as she really wants to be successfull.
Her reckless honesty hidden in charming humor and irony is fantastic, as long one wasn't the object of her judgement. 
She was never interested in conventions, so she freed the women from the corsette and lived with married men, not giving a penny for what others thought about her. The book also shows what a difficult character she must have been, but that makes her even more adorable.
I am sorry, but this book isnot available in English, yet.