Mittwoch, 4. Mai 2011

Neue Rubirk: Das Mittwochsbuch

Copyright: Windmill Books
Zuerst einmal muss ich mich bei der Fee entschuldigen, dass ich so schamlos ihre Idee der Mittwochsmusik abkupfere, aber ich finde, wenn sie schöne Musik empfielt, dann liefere ich die passende Feierabendlektüre. Von nun an gibt es hier jeden Mittwoch ein Buch, dass mich besonders berührt hat, und dass ich euch ans Herz legen möchte.
Den Anfang macht The Monsters of Templeton von Lauren Groff. Ich empfehle es auch wirklich in Englisch zu lesen, denn die Sprache ist wunderbar.
Kurz zum Inhalt: Groff lässt ihre Protagonistin Willie Upton völlig zerstört in die heimatliche Kleinstadt Templeton zurückkehren. Nach einer Affäre mit ihrem Professor und mit einer dumpfen Ahnung einer Schwangerschaft kehrt sie in die Arme ihrer Mutter zurück.. Die Familie Upton stammt in direkter Linie vom Stadtgründer Marmaduke Templeton ab, der sie am Lake Glimmerglass errichtet hat, und wie sich rausstellen wird nicht nur ein uneheliches Kind mit der einen oder anderen Sklavin gezeugt hat. Willies Mutter Vi hat ihr bisher ihren Vater verschwiegen und sie begibt sich auf die Suche, mit der vagen Andeutung, dass er ebenfalls einer illegitimen Linie der Templetons anstamme. Die Recherche wird zu einer Art Therapie, bei der Willie tief in die Familiengeschichte eintaucht. Immerwieder kommen die verschiedenen Generationen selbst zu Wort und so webt Groff ein sehr dichtes Netz aus Familiengeheimnissen und Intrigen, wie sie kaum in einen einzigen so kleinen Ort zu passen scheinen. Am Ende ist nichts mehr, wie es einmal war.
Eingerahmt werden die verschiedenen Biografien auch von der Geschichte der Glimmeys, einem Monster, dass Nessie sehr ähnlich in den Tiefen des Sees wohnt, und just an dem Tag tot an der Seeoberfläche treibt, als Willie zurückkehrt. Als es weg ist, scheint allen Templetonians plötzlich etwas zu fehlen, als sei die Seele der Stadt entwichen und die unschöneren Seiten der Bewohner aller Generationen treten zu Tage, sodass man sich nach der Lektüre weiß, Templeton beherbergte mehr als nur ein Monster.
Normalerweise stehe ich nicht auf Familiengeschichten und schon gar nicht auf historische, aber die poetische, ja lyrische Sprache der Autorin zog mich direkt in den Bann. Die Lebensläufe der verschiedenen Vorfahren ist so spannend, dass ich manchmal gerne ein paar Stationen weiter mit dem Bus gefahren wäre, um weiterlesen zu können.