Montag, 8. März 2010

Aller guten Dinge sind drei...

...denn beim dritten Versuch nach Irland zu kommen, hat es endlich geklappt und so war ich ein ganzes Wochenende mit einer Freundin in Dublin.
Das Abenteuer begann bereits auf dem Flughafen in Frankfurt, denn die Sicherheitskontrolle war so schlecht organisiert, dass für vier oder fünf Flüge nur ein Kontrollgate offen war. Während wir noch in der Schlange standen, wurden wir ungefähr dreimal aufgerufen, doch zum Boarding ans Gate zu kommen. Können vor Lachen. Wir befürchteten schon, unseren Flug zu verpassen, aber ganze 5 Minuten vor Abflug schafften wir es gerade noch. Nach der Landung in Dublin begann aber dann endlich ein perfekter Urlaub. Die Sonne schien bei etwa 10°C.The Spire, die 120 Meter hohe Nadel, die die von der IRA gesprengte Nelson Säule ersetzt, sieht man von fast überall in der Stadt und so bietet sie immer einen guten Orientierungspunkt. Denn Dublin gehört zu den Städten, bei denen ich eine ganze Weile brauchte um mich zu orientieren. Da meine Freundin aber schon einmal in Dublin war, musste ich mir darum auch wenig Sorgen machen. Zielsicher brachte sie uns erst einmal zu Penneys, wo wir typisch für uns Weiber unsere erste Stunde in Dublin vershoppten.Die nächste verbrachten wir mit essen. Im Larder Bistro kriegt man nicht nur super leckere Bagels mit Bacon und gleich zwei Salaten, sondern auch den orgiastischsten Käsekuchen, den ich jemals irgendwo gegessen habe. Allein dafür hat sich der Trip schon gelohnt.
Für die beiden Übernachtungen hatten wir das Four Courts ausgesucht. Das erste Mal, dass ich in einem Zwölfbett-Schlafsaal übernachtet habe. Es ist natürlich eine günstige Art der Übernachtung, aber ich kam mir vor, als schliefe ich in einem Taubenschlag. Kann man Türen, denn nachts um drei nicht leise zumachen? Dafür waren die Jungs an der Rezeption lustig und vor allem musikalisch. Immer wenn man mal wieder seine Key Card neu aufspielen lassen musste, was oft genug vorkam, war einer da der sang. Das Vorurteil, dass alle Iren musikalisch sind, schien da also bestätigt.Die Lage des Hostels ist übrigens ideal, denn es liegt direkt an der Liffey und in Temple Bar, dem Ausgeh-Viertel. Abends ist der Weg also nicht mehr weit, wenn man nach einigen Pints ins Bett wankt. Wie alle Touristen, dass die Dubliner hier tatsächlich weggehen glaube ich kaum, streiften wir abends durch Temple Bar und genossen die Lieder der Straßenmusikanten, die an jeder Ecke sitzen, und gingen mal in dieses mal in jenes Pub und nahmen ein Pint. Auffallend waren die vielen Jungesellingen Abschiede. In fast jedem Pub fand sich eine Gruppe mit skurielem Outfit, die eine mutige Braut feierten.Die Nacht wurde für mich besonders kurz, weil ich einfach nicht schlafen konnte, denn in unserem Zimmer war die ganze Nacht Bewegung. Beim Frühstück stellten wir dann fest, dass anscheinend Klassenfahrtzeit ist, denn es waren mehrere amerikanische Gruppen und sogar eine dänische Klasse unterwegs. Fasziniert beobachteten wir, dass sämtliche Klischees wieder voll bestätigt wurden. Die coolen Kids sind natürlich unter sich und die Nerds bleiben übrig. Was allerdings nicht ganz so übereinstimmt ist die Klamottenwahl, bei der gerne mal ein Rock oder eine Hose vergessen werden zu Gunsten eines nicht wirklich langen Pullis und einer Strumpfhose (Leggins gingen ja noch), und die Tatsache, dass die Madammes sich im winzigen Klo verstecken, um sich umzuziehen und so lange weiterduschen bis auch ja keiner mehr im Bad ist.
Auch, dass man seine ollen Cornflakes nicht einfach in den Ausguss schüttet, hat anscheinend noch keiner von ihnen gelernt. Im Four Courts muss man sein Geschirr nämlich selbst abspülen. Aber vielleicht lag es auch einfach nur daran, dass man in Amerika ja diese dollen Häcksler in der Spüle hat.
Meine Freundin und ich stimmten völlig überein, dass wir niemals wieder Teenager sein wollten, und machten uns dann auf nach Howth ans Meer. Das traumhafte Wetter musste ja ausgenutzt werden. Mit der Darts Bahn geht das ganz schnell. In wengier als 40 Minuten ist man schon an der Küste und kann in dem kleinen Fischerdorf am Meer sitzen. Es ist gar nicht touristisch erschlossen, also findet man hier keine Souvenirläden und so, aber man kriegt die besten Fish & Chips überhaupt. Durch die Sonne wurde ich wohl allerdings ein bisschen übermütig, denn als ich auf eine Mauer kletterte, um ein Foto zu machen, riss meine ohnehin schon ledierte Jeans. Von nun an, hatte ich zugige Luftschlitze...aber gut, andere bezahlen dafür, dass ihre Jeans so aussehen :-)
Wir hätten den ganzen Tag dort verbringen können, aber wir wollten uns an diesem Tag auch noch die Jameson Distillerie angucken. Zur Einführung dürften wir uns einen Film über John Jameson ansehen, der wohlgemerkt Schotte war. Wie soll ich es ausdrücken? Propaganda ist noch milde ausgedrückt. Auf jeden Fall hat er viel Geld gekostet. Unser Guide sagte es sehr treffend: "Jeden Abend gehe ich heim und dieser Film läuft 8 Stunden lang in meinem Kopf weiter. " Danach bekamen wir einen beeindruckenden Eindruck in die Herstellung des irischen Whiskys, der sich vom Schottischen dadurch unterscheidet, dass man keinen Torf benutzt. Und natürlich haben eigentlich die Iren den Whisky erfunden. Am ende der Führung wartete auf jeden von uns eine Probe des kostbaren Getränks und ich weiß, dass jeder Purist angewidert gewesen wäre, aber wir haben eine tolle neue Mischung kennengelernt: Jameson mit Granatapfelsaft und einem Schnitzer Limette. Für den Sommer ein sehr leckeres Mädchengetränk. Danach mussten wir uns allerdings im Hostel etwas aufs Ohr legen.
Der Abend verging schnell mit Abendessen und einem weiteren Bummel durch Temple Bar. Und als der Morgen graute und die nervige kleine Französin im Nebenbett anfing unter erheblichem Lärm zu packen, waren auch wir wieder wach. Nun ja, wir wollten ja auch noch ins Trinity College und das Book of Kells sehen. Dafür waren wir jedoch Stunden zu früh, denn sonntags macht die Bibliothek erst um 12 Uhr auf.
Das gab uns allerdings die Möglichkeit bei Queen of Tarts ein Frühstück einzunehmen, dass man nur als himmlisch bezeichnen kann, als seien wir gestorben und im Kuchenhimmel wieder aufgewacht. Pfannkuchen mit Ahornsirup, Apple Crumble, Himbeer Scones. Wer jemals nach Dublin kommt, sollte sich dafür auf alle Fälle die Zeit nehmen.
Für die Dublinia, ein Museum, dass Dublins Entstehen seit den Wikingern zeigt, war auch noch Zeit. Und auch die lohnt sich, vor allem wahrscheinlich für Familien an einem regnerischen Tag.Als wir zum Trinity zurückkamen, waren wir genau richtig zur Führung über das Gelände. Jamie der Guide ist selbst Student dort und konnte mit interessanten Anekdoten aufwarten. So sind die Postgraduates bis zu fünf Jahre nach ihrem Abschluss dazu berechtigt in der Kirche des Trinity zu heiraten. Eine Schießerei zwischen einem Professor und seinen Studenten hat es auch gegeben. Der Professor starb, die Studenten wurden exmatrikuliert, wurden aber später angesehen Mitglieder des Parlaments. Was aber wirklich mein Buchwissenschaftlerherz höher schlagen ließ, war das Book of Kells, wohl eines der schönstenExemplare der Buchmalerei. Und der Long Room der Old Library erst! Ich brauche keine Kirchen, wenn ich in dieser Bibliothek sitzen kann, die ein Dom ist für Bücher. Ich saß einfach nur schweigend und mit offenem Mund da. Leider darf man keine Fotos machen, denn das wäre ein Anblick gewesen, denn ich gerne für immer mitgenommen hätte.Das war dann auch leider schon unser letztes Sightseeing, denn als wir wieder in die Sonne traten, war es schon Zeit zum Flughafen zu fahren. So ein Wochenende ist einfach immer zu schnell vorbei und man wird mit Eindrücken dermaßen überflutet, dass man sie so schnell gar nicht verarbeiten kann. Aber ich werde auf jeden Fall wiederkommen.



Mittwoch, 3. März 2010

einige Türen schließen sich, neue gehen auf

Ich weiß, ich habe lange nicht gebloggt, aber ich musste erst mal mein Studium abschließen und jetzt den Umzug vorbereiten, den große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Ende des Monats ziehe ich vom kleinen Wiesbaden ins große Hamburg und mache dann als Volontärin eines wunderschönen kleinen Verlages in Zukunft Hörbücher für Kinder.
In puncto bloggen gelobe ich demnächst Besserung und verspreche euch auf dem Laufenden zu halten. Jetzt jetzt erst mal nach Dublin mit einer Freundin. Denn der Magister muss ja gefeiert werden.