Mittwoch, 15. Dezember 2010

Türchen #16 - Ein bisschen Nostalgie

Weihnachten macht einen ja immer auch ein wenig nostalgisch und der Duft nach Zimt, gebrannten Mandeln und Plätzchen ruft in mir auch immer Kindheitserinnerungen wach. Die ganz frühen, meine ich. Plätzchen habe ich immer mit meiner geliebten Oma gebacken. Auf einem Stuhl stehend stach ich mit ihr Plätzchen aus und naschte Teig, bis der Bauch weh tat. Da meine Omi aber eine Oma war, wie man sie eigentlich nur aus Büchern kennt, hatte sie meist noch einen zweiten Teig gemacht. :-)
Dieser Platz auf dem Stuhl in der Küche war damals einer der schönsten Orte der Erde für mich. Geborgener kann sich ein Kind kaum fühlen und in der Zeit um Weihnachten fehlt sie mir ganz besonders. Wenn ich Plätzchenbacke und ich habe dieses Jahr schon oft gebacken, ist es immer so, als wäre sie bei mir.
Der heilige Abend begann für mich immer schon ganz früh, denn da meine Eltern mit dem Motorad auf den Großen Feldberg fuhren, durfte ich schon mal zu meinem Opa und seiner Frau. Die beiden haben mich immer nach Strich und Faden verwöhnt und ich fühlte mich wie eine kleine Prinzessin. Mein Opa ist ein sehr großer starker Mann mit riesigen Händen und hat mich immer ganz ganz fest gedrückt. Ich fand's toll, auch wenn's manchmal blaue Flecken gab. Mit seinen großen starken Händen zog er mich dann immer auf meinem Schlitten durch den Wald und wir haben Moos für die Weihnachtskrippe gesucht.
Wie man sieht, lag damals genauso viel Schnee, wie im Moment. Die Krippe ist so eine riesige handgearbeitete aus Holz, mit schönen glatten Holzfiguren, und ich durfte die Figuren dann immer ganz alleine einräumen. Das Moos aus dem Wald war dann noch ganz frisch und weich und kam mit in die Krippe. Das duftete ganz erdig und das Christuskind konnte ganz weich in seiner kleinen Krippe liegen. Die heiligen drei Könige kamen aufs Fensterbrett, denn schließlich sind die ja erst am 6. Januar dazugestoßen.
So sah mein kleines gemütliches Weihnachten aus und irgendwie fühlt es sich immer noch so schön an, obwohl sich die Rituale inzwischen verändert haben.