Freitag, 12. November 2010

Verzweiflung bei der Wohnungssuche

Heute möchte ich mich einmal einem Thema annehmen, dass besonders hier in Hamburg sehr brisant ist: Der Wohnungssuche.
Als ich umzog dachte ich noch, es würde schwer werden, meine alte Wohnung vor ablauf der eigentlichen Kündigungsfrist loszuwerden, aber das ging dann ganz schnell. Danke Cordi!
In Hamburg aber begann dann eine wahre Odyssee durch Stadtteile und Wohnungen, die ich mir nie hätte träumen lassen. Und ich danke heute noch der lieben Freundin, bei der ich mehrere Wochen auf der Couch wohnen durfte.
Gleich die erste Wohnung, die ich mir ansah war ein Traum und ich sofort in sie verliebt. Klein, aber mit einer Küche und Küchenbalkon und einer Badewanne, Kirschholzlaminat. Das ganze auch noch am beliebten Mühlenkamp und nach hinten raus zu einem kleinen Kanal, Mitbenutzung des Anlegers inklusive. Tja, leider standen mit mir etwa 20 andere Leute dort rum und versuchten die Besitzerin davon zu überzeugen, dass sie die richtigen Nachmieter sind. Und ihr vermutet richtig, ich habe sie natürlich nicht bekommen. Denn im Gegensatz zu einem Volontär mit Einjahresvertrag erscheint jeder, aber wirklich jeder attraktiver für einen Vermieter.
Jeden Samstag und Mittwoch absolvierte ich das gleiche Ritual: Abendblatt kaufen, Wohnungsanzeigen durchforsten, Termine machen, dann auf zur Besichtung. Oft drei Stück hintereinander nach der Arbeit. Das Internet war in diesem Punkt tatsächlich mal keine bessere Hilfe.
Ich musste mir noch etwa 15 weitere Wohnungen angucken und bekam vom absolouten Loch bis zum Traum weit ab vom Schuss so ziemlich alles zu sehen. Ich sage nur, hier werden Läden in Wohnungen umgebaut und das Schlafzimmer hat dann ein Schaufenster oder es wurden Keller umgebaut und zu Wohnraum gemacht. Hier könnte man wohl eine Garage vermieten und es würde jemand einziehen.
Am Schluss war ich völlig verzweifelt und bereit auch einem Makler Kohle in den Rachen zu werfen. Bei meiner jetzigen Wohnung hatte ich Glück und war die erste, da habe ich einfach den Vermieter so lange belabert und vorgejammert, wie lange ich schon suche. Ein tiefes Dekoltée und ein Augenaufschalg taten ihr übriges, naja und die telefonisch zugesagte Bürgschaft meiner Eltern. (Mit 28!) Aber anscheinen funktioniert es nicht anders.
Als wir wieder aus der Wohnung kamen, stand vor der Haustür bereits eine Schlange von Interessenten, und ihr könnt euch vorstellen welche Genugtuung ich spürte, als ihnen gesagt wurde, dass die Wohnung vergeben ist. Endlich mal an mich :o)
Aber wie ich neulich im Bus belauschen konnte, gibt es Leute, die sich bereits über 50! Wohnungen angucken mussten.
Wie kreativ man sein muss, um in dieser Stadt ein Zuhause zu finden sehr ihr hier:
 Auch Belohnungen sind Gang und Gäbe:
Und so könnte es enden, wenn man gar keine Wohnung findet:

Was musstet ihr denn schon alles machen, um eine Wohnung zu finden? Und wie sieht es in anderen Gegenden aus?