Freitag, 19. September 2008

Frau im Spiegel

Frau im Spiegel
ich kenne Dich nicht mehr.
Deine Maske sitzt so gut,
hat sich so an Dein Gesicht geschmiegt,
dass Du sie nicht mehr absetzen kannst.
Wer bist Du?
Trägst nach außen ein fröhliches Gesicht,
zeigst Dich stark,
weil keiner Deine Schwächen auffängt.
Keiner macht sich Sorgen,
denn Du machst das schon.
Die Tränen sieht man nicht unterm Porzellangesicht.

Fernweh

Magnetisch zieht es den Blick in die Ferne;
der Körper hält dem Sog nur noch halbherzig stand.
Tief im Innern zerreißt es mich fast.
Es ist ein Sehnen nach der Weite, nach der Welt.

Jeder Bissen schmeckt nach Urlaub.
Das Croissant beschwört einen kalten Morgen in Paris,
die Muscheln einen Urlaub am Meer.
In einem Café erklingt Musik und lässt die Gedanken schweifen.

Orangen riechen nach Italien's Süden.
Die Gewürze nach Indien.
Eine ganze Weltreise lässt sich unternehmen im Gewürzregal.
Die Seele entschwebt, doch der Körper bleibt.