Samstag, 3. Mai 2008

Streetstyles

Aufgabe des Tages war heute in die Stadt zu gehen und ähnlich wie bei Facehunter oder dem Sartorialist, Leute zu finden, die einen ganz eigenen Stil haben, diese anzuquatschen und zu fotografieren. In Wiesbaden leichter gesagt als getan, denn hier überwiegt doch sehr die Poloshirt und Cargohosen-Fraktion. Hier manifestiert sich also klamottentechnisch das Spießbadenertum. Aber nach einigen Stunden umherwandern und am Rande der Verzweiflung fand ich sie dann doch: Die Mädels, die ganz unaufwendig ein tolles Ergebnis erzielen:
Sie habe ich bei Madonna entdeckt und fand ihren Stil einfach gut. Man achte vor allem auf die Stiefel. Mut zur Farbe ist einfach super!

Als ich schon fast verzweifelte und die Aktion abblasen wollte, begegneten mir diese beiden Mädels. Ich finde sie sind einzeln schon toll, weil jede ihren Stil hat, aber sie passen als Freundinnen noch viel besser zusammen.
Hier passt alles: Klamotten, Haare, Assecoires.

Bei H&M fand ich dann auch noch sie. Mir fiel gleich auf, wie schön sie die Farben kombiniert. Zur roten Bermuda bleibt sie im Ton mit Tasche und Kette und lässt das Rot leuchten indem sie beim Rest schlicht bleibt. Die Sonnenbrille setzt dem ganzen noch die Krone auf.

Wäre schön, wenn mehr aus dem Angebot bei H&M so viel machen könnten.
Leider war ich heute von den Herrn der Schöpfung sehr enttäuscht. Die sahen alle gleich aus!

Also Leute: Mut zum Individualismus! Kombiniert! Seit mutig! Zeigt euren eigenen Stil!

Danke an die Mädels, die sich so mutig als erste zur Verfügung gestellt haben! Macht weiter so!

Aber ich muss schon sagen, dass es gar nicht so einfach ist, Leute unvermittelt auf der Straße anzusprechen. Aber nach ein paar Mal geht es ganz gut und macht richtig Spaß. Also sobald ich in dieser Einheitsmodewüste wieder Leute mit coolem Stil gefunden habe, gibts mehr.

Schreibt ruhig Kommentare und diskutiert. Das ist ja auch der Sinn von Facehunter und den anderen Streetsyle-Seiten.

Donnerstag, 1. Mai 2008

Niederlagen

Ein Kind fällt hin und wenn Mami oder Papi nicht gleich angerannt kommen, um es aufzuheben, steht es auch ganz schnell wieder auf. Wäre das nicht so, würden wir wahrscheinlich alle noch auf allen Vieren durchs Leben krabbeln. Wir sind also von frühester Kindheit daran gewöhnt Niederlagen einzustecken und trotzdem weiterzumachen. Dennoch schmerzen manche mehr als andere, körperlich oder auch seelisch. Wenn wir vom Fahrrad fallen, heulen wir ein bisschen und steigen in den meisten Fällen schnell wieder auf und die Erinnerung an das aufgeschlagene Knie verblasst schnell. Okay, oder man schreit wie in meinem Fall: „Ich hab mein Gleichgewicht verloren!“


Natürlich wäre es schön, wenn wir alles gleich auf Anhieb könnten, aber wie heißt es doch? „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“. Niederlagen geben uns doch auch die Chance neu zu beginnen und aus unseren Fehlern zu lernen. Und sie zeigen uns auch, dass wir nicht alles als selbstverständlich betrachten dürfen. Man sollte nicht glauben etwas schon in der Tasche zu haben. Mein Lateinlehrer an der Uni nennt das Gipfeleisfeld. Man glaubt sich am Ziel und padautz liegt man so richtig auf der Nase, weil man das unter dem Schnee verborgene Eis nicht gesehen hat. Dann muss man aufstehen und mit geschärften Sinnen neu anfangen.


Das musste (oder durfte?) ich gerade auf die harte Tour lernen. Kurz vorm Ende meine Studiums habe ich die letzte Klausur so richtig versaut. Wiederholung erst im September möglich. Damit war meine gesamte Planung für die nächsten Zwei Jahre dahin und eine Welt stürzte ein, beziehungsweise ertrank in einem Tränenmeer. Plötzlich fühlte ich mich wie der größte Idiot auf Erden, wie ein Nichtskönner. Zwar redeten mir alle gut zu, und mit Sicherheit hatten sie auch alle Recht, aber in diesem Moment kann einem, glaube ich keiner helfen. Das Ego schrumpft einfach erst einmal auf die Größe einer Tiefkühlerbse. So als wäre man vom Gott der Weisheit gewogen und für zu leicht befunden worden.


Erst als ich akzeptiert hatte, dass ich erstens jetzt sowieso nichts mehr ändern kann und zweitens jeder mal einen schlechten Tag hat. Ging es besser. Irgendwann fing ich an, auch das Positive an der Situation zu sehen. Nämlich, dass ich jetzt einen richtigten Sommer habe und nicht drin sitzen muss, wenn andere im Schwimmbad sind und erst im Winter, wenn es früh dunkel und kalt ist, an meinen Schreibtisch verbannt werde. Dazu kommt, dass ich meine Recherchereise machen kann, wenn es schön ist und es sich lohnt auch was von der Gegend zu sehen. So habe ich vielleicht ein halbes Jahr verloren, aber irgendwie auch nicht. Als ich das Ergebnis erfuhr fühlte es sich an wie mein persönliches Waterloo, aber im Gegensatz zum kleinen Mann aus Korsika, ist das für mich ja nicht das Ende. Vielleicht sollte mir das ja auch einfach zeigen, dass ich noch nicht so weit bin und noch ein bisschen Zeit brauche.


Niederlagen können also durchaus etwas Gutes bedeuten, auch wenn es erst mal schmerzt.