Samstag, 14. Juni 2008

Wilde Tiere im friedlichen Dänemark

Ich mag vielleicht schon ein bisschen groß sein für einen Zoo-Ausflug mit meinen Großeltern, aber eigentlich ist mir das egal, denn die Chance Giraffen, Nashörner und Tiger in sozusagen freier Wildbahn zu erleben, kommt wohl nicht so oft. Also machten Opa, Brigitte, Gerti und ich uns auf gen Norden nach Dänemark in den Safaripark Knuthenborg. Dort gibt es um die 7km² große Parkanlage eine große Mauer und ansonsten nur noch ein Gehege für die Tiger, die sonst die anderen Tiere ja auffressen würden. Hier können allerhand Tierarten frei leben und umherziehen, geschützt von riesigen uralten Bäumen. Für diese war der Park schon berühmt bevor Graf Adam W. Knuth 1969 die ersten exotischen Tiere aus Kenia importieren lies.
Schon am Eingang gibt es wunderbar freche Esel, die sogar die Nase in die Autos stecken, um nach Essbarem zu suchen. Sie sind sogar schon so an Menschen gewöhnt, dass sich die Eselmutter ohne Sorge von ihrem Baby entfernte.













Eine ganze Giraffenfamilie zog an unserem Auto vorbei. Aus dem Auto auszusteigen ist hier dann auch nicht mehr erlaubt. Aber ehrlich gesagt, wollte ich auch nicht mehr aussteigen als ein Nashorn so nah kam, dass es in mir schon echtes Unbehagen auslöste. Die sind schon wirklich sehr groß. Und ihr Horn sieht wahnsinnig gefährlich aus. Noch viel gefährlicher sind die Tiger, zu denen man nur durch eine Schleuse aus Toren gelangt. Im Schritttempo fuhren wir an ihnen vorbei und ich kann euch sagen, mit Hauskätzchen haben die echt nichts zu tun. Seelenruhig streifen sie durch ihr Freigehege und lassen sich von uns nicht aus der Ruhe bringen. Einer lag auf einem Baumstumpf in der Sonne und sah aus wie der König der Tiere. Wahnsinn, so etwas aus so großer Nähe zu erleben. Majestätisch! Außerdem gibt es auch noch Strauße und Lamas. Und ich habe es sogar geschafft, nicht angespuckt zu werden. Auf dem riesigen Gelände kann man in den weniger gefährlichen Bereichen auch Piknicken. Warum man dazu mit dem Auto direkt auf die Wiese fahren muss, weiß ich zwar nicht, aber da man es darf, machen es dir Leute natürlich. Wir jedenfalls hatten ein formidables Mahl. Während wir durch den Park fuhren, fühlte ich mich immer an die Romane von Jane Austen erinnert, denn da es ja ein gräfliches Gut war, gibt es überall verteilt größere und kleiner Herrenhäuser, die direkt aus "Stolz und Vorurteil" stammen könnten. In jedes davon wäre ich am liebsten sofort eingezogen. Man stelle sich das mal vor: Leben wie im ausgehenden 18. Jahrhundert und umgeben von exotischen Tieren. Die Häuser haben natürlich alle einen Zaun, damit die Tiere nicht auch plötzlich einziehen. Die aktuelle Generation der Knuths lebt übrigens tatsächlich hier. Allerdings ein bisschen abseits vom Touristenrummel und der Park ist ja auch so groß, dass man sich bestimmt eine ganze Weile verstecken kann, ohne einem Menschen zu begegnen. Hach ja!