Mittwoch, 31. Oktober 2007

6 Tage, 3 Städte, 10 Bibliotheken, 2 Verlage und eine Uni

Eine Exkursion nach England mit 13 Mädels und 2 Professoren
Die meiste Zeit sahen wir wohl aus wie Japaner, die versuchen ganz Europa in 10 Tagen zu sehen und dabei alles fotografieren was ihnen vor die Linse kommt. Ähnlich ging es uns nämlich auch, denn auf unserem Plan standen 10 Bibliotheken, 2 Verlage, eine Buchhandlung und die englischen Buchwissenschaftler in London. Und dafür hatten wir nur 6 Tage Zeit, das heißt, eigentlich nur 5 weil wir den ganzen Samstag für die Rückreise gebraucht haben.

Montag ging es also in aller Frühe los, erst mit dem Shuttle nach Hahn und von dort mit RyanAir nach London Standstead, und von da mit dem Zug nach Cambridge. Wir haben nur schnell unsere Zimmer bezogen und sind dann los. Das B&B sollte allerdings Erwähung finden, denn es war echt gut. Die Zimmer bestanden zwar auf Grund unserer schieren Zahl nur noch aus Betten, aber dafür war es total sauber und gemütlich. Das Bad war zwar eher interessant, weil die Tür nur bis auf einen handbreiten Schlitz zuging, was ein Mädel aus dem Zimmer dazu veranlasste nicht nur bei den anderen Duschen zu gehen, sondern sich auch im Dunkeln die Zähne zu putzen, ständig kontrollierend ob auch ja keiner guckt. Aber ansonsten war es super. Zum Frühstück gab es sogar selbstgebackene Muffins und eine Frau alleine schaffte es in einer normalen Küche English Breakfast für 15 Leute zu machen. Respekt!

Unsere erste Station noch am Montag waren dann die Bibliothek des St. John's College und die des Newhall College, übrigens ein reines Mädchen College. Die eine war sehr alt und die andere sehr modern. Einen größeren Kontrast sollten wir in dieser Woche nicht mehr zu sehen kriegen. Toll fand ich, dass die im Newhall 24 geöffnet ist und man bzw Frau sie jederzeit nutzen kann, da das ganze auf dem Honorsystem funktioniert, dass keiner Mist baut.
Den Abend verbrachten wir auf der Suche nach etwas zu essen, da wir ausgehungert wie die Wölfe waren. Fündig wurden wir dann mit fast allen bei einem Imbissladen. Ich glaube, ich habe Fast Food noch nie so genossen, aber wahrscheinlich echt nur, weil ich so Hunger hatte. Danach strichen wir noch etwas durch den einzig offenen Laden, die Buchhandlung Borders und suchten uns dann ein Pub, um noch ein Bier zu trinken. Da aber das Trimester in Cambridge noch nicht begonnen hatte, war nichts los und so landeten wir im Regal Wetherspoons, einem Pub, dass eher einer American Sportsbar glich und in dem sich die lokale Schülerschaft versammelte. Volljährig konnten die nämlich alle noch nicht sein. Viel geiler aber war das Outfit der Mädels, denn wir waren hoffnungslos underdressed. In ist dort im Moment vor allem eine pinke Neonleggings mit möglichst nur einem Shirt, das gerade über den riesigen Hintern reicht oder maximal einem Micromini Rock, den man schon fast gar nicht mehr sieht. Wenn sie doch bloß auch die Figur dafür hätten!
Relativ früh, aber nach meinem Gefühl schon sehr sehr spät haben wir uns dann ins Bett getrollt. Und das war richtig bequem. Sonst schlafe ich ja eher schlecht in Hotels, aber da konnte man echt schlummern!

Der Morgen kam allerdings viel zu früh und mit ihm ein Tag mit vier Programmpunkten, die alle im Laufschritt absolviert werden mussten, weil so eng geplant worden war.

Als erstes Pembroke College, das malerischste von denen die wir besucht haben. Dort war das besondere die geschmückten Bleigasfenster, die wahnsinnig schön waren. Zum Teil dienten sie als Schmuck zu Teil ans Sichtschutz, da man von der einen Gebäudeseite nicht in den Garten des benachbarten Peterhouse College gucken durfte. (Wieder eine der spleenigen englischen Regeln).

Danach war Christ College dran. Dort bekamen wir erst mal Tee und Kekse und dann wurden wir in eine wunderschöne alte Bibliothek geführt. Das Motto gefiel mir am besten: "Souvent me Souvient." Ich erinnere mich oft.

Dann mussten wir den Bus nehmen und nochmal ewig laufen um zur Cambridge University Press zu gelangen. Dort wurden wir durch die Druckerei geführt und konnten endlich mal die riesigen Heidelberger Druckmaschinen in Aktion sehen. War schon sehr beeindruckend.

Danach ging es im Trab und komplett zu Fuß zurück in die Stadt, damit wir pünktlich in Peterhouse waren, aber wir kamen doch zu spät, denn der Weg ist echt lang. Auch diese Bibliothek ist sehr alt und sehr schön.

Das anschließende Essen im University Club, der Mensa, war eher typisch englisch, also eher totgekocht und nicht sehr lecker. Dafür war der Nachtisch Spongecake mit Vanillesoße um so toller. Der Kuchen saugt sich wie ien Schwamm, deswegen Sponge, mit der Soße voll und das schmeckt himmlich, weil er auch noch warm ist.

Der Dienstag Abend war dann eigentlich auch schon gelaufen. Zum Weggehen waren wir gar nicht mehr fähig also besorgten wir uns bei Sainsbury's ein paar Bier und was zum Knabbern und machten ne Pyjama Party und sahen Englisches CSI, was mir natürlich sehr entgegenkam als Fan der Serien.

Mittwoch Morgen hieß es dann unseren Kram zur Bushaltestelle in die Stadt bringen und dan dreieinhalb Stunden mit einem unbequemen Bus nach Oxford tuckern. Die meisten von uns haben geschlafen, weil es nichts anderes zu tun ganb. Lesen ging nicht, weil wir gefühlte 100 Roundabouts durchquerten, und das auch dem hartgesottensten das Frühstück wieder hochkommen lässt.

In Oxford hatten wir einen vergleichsweise kurzen Fußmarsch mit Gepäck zur Jugenherberge. Meine Tasche war inzwischen auch auf dem Trolley eines der Professoren verstaut. Keine Ahnung warum, aber der wollte sie netterweise unbedingt mitnehmen, und ich war so kaputt, dass ich mich nur oberflächlich streubte. Unsere Zimmer konnten wir allerdings noch nicht beziehen, nur unsere Sachen einschließen und dann wieder weiter um pünktlich zu unserer Führung im Merton College zu kommen. Diesmal hatten wir allerdings mal ne gute Stunde um uns ein klein bisschen in der Stadt umzusehen, was zur Folge hatte, dass wir in den nächsten Accessories stürtzten und uns kurz einem Kaufrausch hingaben, der bei mir mit zwei Mützen endete.

Merton College war nett. Empfangen wurden wir gleich von einem netten Postgraduate (Doktorant) namens Nathan, der allerdings genauso wenig aus England kam, wie die nachkommende Bibliothekarin. Er kam aus Kentucky! Und er war auch sichtlich überwältigt von unserer weiblichen Überzahl. Also strengte er sich bei der Führung durchs College und dessen Bibliothek auch echt an. Aber acuh ohne Führung fand ich es toll hier. Das wäre in Oxford mein Favorit gewesen. Aber 3,000 Pfund pro Jahr sind schon happig.



Danach war das zum Glück benachbarte Christ Church College dran. Das war dann wiederum einfach nur überwaltigend. Schon die schiere größte und der Festsaal, der für das wöchentliche Bankett eingedeckt war, waren beeindruckend. Die Bibliothek, in der Lewis Caroll schon gearbeitet hat und in der zum Teil auch Alice im Wunderland für die Tochter des College Masters entstand, hatten bis jetzt die größten Ausmaße.

Hier ließe es sich schon sehr gut arbeiten. Die Massen an Büchern bei der Bibliohtekarin deuteten auch darauf hin, dass das Trimester bald beginnt und dann eine Schar von Neuankömmlingen die Tische bevölkert. Der benutzbare Teil ist nämlich für die Undergraduates (Erstsemester und so).
Da das unser letzter Programmpunkt für diesen Tag war, sind wir zurück in die Jugendherberge um aus zu packen und eigentlich auch um zu duschen, doch das haben wir uns alle ganz schnell verkniffen. Unser Bad roch nicht nur unappetitlich, es sah auch eher gesundheitsgefährdent aus. Meine Laune sank schon mal und jeder, der weiß, dass ich meine tägliche Dusche echt brauche um mich wortwörtlich in meiner Haut wohl zu fühlen, weiß wie das aussehen kann. Die anderen Mädels schien es aber nicht zu stören und sie machten sich mit Hifle von Deo und Schminke frisch. So aufgedonnert wie sie waren, kam ich mir echt underdressed vor. Später, als wir dann ein nettes Pub gefunden, etwas gegessen und ein paar Pitcher Bier zu uns genommen hatten, ging es mir aber auch wieder besser und wir hatten noch einen echt lustigen Abend. Allerdings wurden wir immer lauter, nichtsahnend, dass die Jungs über die wir uns auch ausließen uns nicht nur am anderen Ende des Pubs hören, sondern auch verstehen könnten. Ups! Peinlich! Sie waren aber gnaz gut drauf uns so hatten wir noch ein nettes Gespräch mit ihnen, bevor uns der Barkeeper alle rausfegte. Allerdings auch nur, um uns dann selbst in der Stadt wieder zu begegnen auf dem Weg um selbst zu feiern.

Die Nacht war, wie Nächte in ekligen Jugenherbergen halt sind. Aber das Frühstük machte eigentlich alles wieder wett, denn das erste mal auf der ganzen Fahrt gab es Obst, das ich auch essen konnte: Melone. Es tat so gut mal wieder was frisches zu essen, statt nur Sandwiches, Fish and Chips, oder Baguettes!

Wir mussten nur schon ganz früh los, weil wir schon vor normaler Öffnung eine Führung durch die altehrwürdige Buchhandlung Blackwell's bekamen. Wow! Die meisten Aktien hält tatsächlich immer noch die Familie und fast alle Mitglieder sind noch im Stammhaus geboren. Allerdings ist es vor ein paar Jahren komplett zum Laden geworden. Aber dafür merkte man hier die Liebe zu Büchern und zum Kunden. Im Gegensatz zu Waterstones und Borders gab es hier nicht nur die üblichen hundert Titel der Bestsellerlisten, sondern auch echte Qualitätsbücher. Habe zwei sehr schöne Bücher erstanden: dem Ort entsprechend eine illustrierte Ausgabe von Alice im Wunderland und Hinter den Spiegeln und eine tolle Edition von William Blake's "Songs of Innocence und Experience".

Für den nächsten Termin musste wir ausnahmsweise mal nur über die Straße, denn Blackwell's liegt genau gegenüber bzw auch über der Bodleian Library, der Mutter aller Bibliotheken.
Viel toller als das, was architektonisch sehr schön gebaut über der Erde liegt, fand ich aber das unterirdische Magazin. Da ein Großteil der Bibliothek rund ist, musste eine besondere Regalkonstruktion erfunden werden und so hängen die Regale an der Decke des Kellers und lassen sich einzeln der Länge nach ausziehen. Allerdings erstreckt sich das Ganze zwischen drei Gebäuden unter einer Straße hinweg ( also auch unter Blackwell's durch), so dass man sich nach 17h abmelden soll, wenn man runter geht, damit niemand eingeschlossen wird.

Im Anschluss hatten wir noch ein klitzkleines Bissschen Zeit und dann hieß es auch schon Koffer holen und mit dem Bus ab nach London. Ihr ahnt gar nicht wie sehr ich mich auf unser richtiges Hotel freute. Doch zuerst standen wir in Shepherd's Bush ewig im Stau. Lange genug um zu erkennen, dass London auch Slums haben, in denen die Menschen in Hüttchen wohnen und die Kinder unter der Autobahnbrücke Fußball spielen.

Als wir dann schon im Dunkeln im Richmount Hotel angekommen waren und die Zimmer möglichst gerecht verteilt hatten, stürtzte ich mich als erstes unter die Dusche. Boa! Das tat so gut! Danach war ich wieder fit und so haben wir uns mit einer kleinen Gruppe Mädels auf die Suche nach einem Restaurant gemacht. Man sollte nicht meinen, wie woll das Viertel um die Tottenhamcourt Road an einem Donnerstag Abend ist. Überall stehen Leute auf dem Bürgersteig, weil man drinnen ja nicht mehr rauchen darf, aber eigentlich ist das ein ganz schönes Bild. Und nach ein bisschen Suchen fanden wir auch einen Tisch in einem indischen Restaurant. Dort traf ich mich übrigens auch zum erstgen Mal mit Vinod, mit dem ich mir seit Dezember Emails geschrieben hatte.Er schien ganz nett. Und so zogen wir alle zusammen noch ein bisschen um die Ecken. Leider war ich hundemüde und fußlahm, also war der Abend relativ schnell vorbei. Eigentlich wollten Vinod und ich uns am nächsten Tag aber wieder treffen, wenn wir alle ins Globe Theater gingen. Aber wie es manchmal so geht, wurde aus beidem nichts, denn das Globe war ausverkauft und Vinod ist eine beleidigte Leberwurst, weil ich nicht schnell genug auf eine SMS genatwortet habe. (*pf*)

Am nächsten Morgen nach einem Chlorhaltigen Frühstück, das ahnen lies, warum es hier so sauber war, hatten wir einen der Höhepunkte auf der Liste: die British Library. Dort wurden wir erst in einem tollen Konferenzraum empfangen und mit Tee und Keksen versorgt und bekamen dann eine tolle Führung durch die Ausstellungen. In der ständigen lag das Manuskript von Charlotte Brontes "Jane Eyre"! Allein damit hätte ich mich einen ganzen Tag beschäftigen können.Die Magna Carta haben wir natürlich auch gesehen. Außerdem gibt es eine Ausstellung namens "SACRED" die heilige Schriften aus allen Religionen zeigt. Ich hätte ja niemals zu träumen gewagt einmal die Lindisfarne Gospels in echt zu sehen Und einen Vorhang, der einmal in Mekka die K'aba verdeckt hat, und der wohl jedes Jahr neu gemacht wird.

Am liebsten wäre ich den Rest des Tages hier geblieben, aber leider mussten wir noch zu zwei weiteren Treffen. Also hetzten wir dann mit einem 10 minütigen Abstecher ins British Museum zur London University, um dort mit DEM englischen Buchwissenschaftler Prof, Simon Elliot zusammenzutreffen und uns über unser Fach auszutauschen. Der Mann gefiel uns schon deswegen, weil er uns mit riesigen Tabletts voll Sandwiches erwartete, die genau zur richtigen Zeit kamen, denn es war schon weit nach Mittag und wir hatten keine Chance gehabt, essen. Und so stürtzten wir uns wie ausgehungerte Wölfe auf die Sandwiches. Danach waren wir endlich wieder fähig Prof. Elliot zu folgen und ich muss sagen, teilweise machen die echt interessantere Sachen als wir, aber deren System funktioniert auch ganz anders.

Nach einem angeregten Austausch von Gedanken und Informationen machten wir uns dann erfrischt, weil wir endlich mal zwei Stunden am Stück sitzen durften, auf zur St.Paul's Cathedral, deren Bibliothek wir gezeigt bekommen sollten. Und das war etwas, dass ein relativ großes Privileg ist, denn erstens durften wir noch rein ein Gottesdienst stattfinden sollte und zweitens wurden wir direkt an der Schlange vorbeigelotst. Der Bibliothekar war auch etwas besonderes, denn er schien direkt einem Roman über den englischen Hochadel entsprungen, wie er da im maßgeschneiderten Nadelstreifenanzug und Maßschuhen vor uns stand. Die Bibliothek selbst liegt unter dem Dach in einem eigens von Christopher Wren entworfenen Raum. Leider darf ich davon keine Fotos zeigen. Aber ich glaube ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass sie der perfekte Drehort für eine Gelehrtenstube wäre (Dan Brown lässt grüßen). Die Atmosphäre war toll und wir konnten uns kaum losreißen.

Doch da das unser letzter Programmpunkt war, und wie ich finde mit der beste, sollte endlich unsere Freizeit beginnen. Das heißt wir hatten etwa drei Stunden bis wir uns zum Abschlussbier im Hotel treffen sollten. Nachdem sich einige aus der Gruppe verabschiedet hatten, zog ich mit zwei anderen Mädels los, um London mit einem der roten Doppeldeckerbusse, die hier Big Reds genannt werden, zu erkunden.
Aber wir blieben nicht lange sitzen, sondern stiegen doch am Trafalgar Square aus und liefen dann die typischen Touristenpunkte ab: Pall Mall, Westminster Abbey, Houses of Parliament, London Eye (mit dem wir leider wieder nicht gefahren sind) und zum Abschluss mein Lieblingsplatz Covent Garden. Bis dahin hatte auch ich mir dann endlich eine riesen Blase gelaufen trotz Turnschuhen.

Man merkte inzwischen aber allen an, dass sie ähnlich satt waren wie ich, denn die Stimmung wurde immer gereitzter. So verabschiedete ich mich nach einem netten Abend mit dem Professoren, die uns allen Bier spendierten, um mal ein paar Minuten für mich alleine zu haben.

Fazit: Es war toll und wahnsinnig interessant, und wir haben vieles gesehen, was man als normaler Tourist niemals zu Gesicht bekommen würde. Allerdings war ich auch froh, als es vorbei war und wir uns am Samstag Nachmittag dort von einander verabschiedeten, wo wir gestartet waren, am Mainzer Hauptbahnhof.

Noch toller fand ich, dass Mama und Peter mich abholten. Schließlich ist es schön, wenn man heimkommt und es heißt einen jemand willkommmen.

Sonntag, 21. Oktober 2007

Praktikum Köln die siebte Woche

Sonntag 21. Oktober 2007



Freudig sprang ich mittags aus dem Bette um mich zugleich aufzumachen in den Tempel der Schokorette. (Man ist das ein blöder Reim ) Also auf Deutsch, ich wollte ins Schokoladenmuseum. Das hatte ich mir die ganze Zeit aufgehoben, weil ich eigentlich mit Natascha rein gehen wollte. Da die aber leider nicht mehr kommen kann, dachte ich mir, mache ich es heute. An der Eingangstür musste ich dann feststellen, dass das Sonntags eine ziemlich doofe Idee ist, denn natürlich sind alle Familien Köln und der Umgebung auch da. Ich kam nicht mal ins Foyer.

Hm, Mist, was sollte ich denn machen? Aber da es ja Sonntag ist, ist natürlich auch Flohmarkt am Rhein. Also schlenderte ich einfach ein bisschen am Rhein entlang und ging dann zum Flohmarkt. Das Wetter war auch noch einigermaßen stabil, so dass ich tatsächlich bis ans Ende kam und erst auf dme Rückweg nass wurde. Der Flohmarkt ist echt schön und man findet wirklich alles. Sogar alte Playboy Hefte und einen Stand, wo der Kakadu Records e.V. alte Swing Musik aus den 1920ern digital aufgewertet hat und auf CD verkauft. Der Stand ist wie ein Magnet und die Leute, die daran vorbeigehen, tun dies doch immerhin im Wiegeschritt. Aber die Leute, die die Cds vertreiben sind auch sehr nett und erklären einem ganz viel zu der Musik. Habe bestimmt ne viertel Stunde nur da gestanden und zugehört.

Dann war aber der Regen doch etwas zu durchdringend, so dass ich eigentlich schon heim wollte, aber dann entschied ich mich doch noch auf dem Turm vom Dom zu steigen. Ja, 508 Stufen! Ohne Asthmaspray! das war sooooooo anstrengend, aber auch toll! Oben angekommen wäre ich aber lieber einfach da geblieben als die enge, dunkle Wendeltreppe wieder runter zu steigen. Der Verkehr ist wirklich Wahnsinn und man ist auch wieder froh, wenn man unten ankommt, ohne die Stufen auf dem Po hinunter gerutscht zu sein.

Da es sich nun eingeregnet hatte, bin ich heim und höre jetzt meine Swing Cd die ich natürlich erstehen musste. Deutsche Texte und es ist teilweise richtig lustig und macht an einem Tag wie diesem so richtig gute Laune. Aber die Texte sind auch schon: " Einer Frau muss man alles verzeihn'n" oder "Ich war heut auf dem Fundbüro....Fräulein Fundbüro..."



Montag 22. Oktober 2007



Habe heute vergeblich auf meine restlichen Bücher gewartet. Aber leider kam nix. Also habe ich so ein paar Sachen gemacht, die noch erledigt werden mussten. Vor allem für das Buch, dass uns im Moment permanent dazwischen funkt, weil es gar nicht geplant war. Dafür müssen jetzt Verträge geschrieben werden und deshalb musste ich noch Daten suchen und eingeben. Deshalb kommt Judith auch nicht zum Briefeschreiben, so dass ich auch keine Päckchen mehr packen kann.

Hier ist es auch schon richtig kalt. Es scheint, als würden wir direkt zum IWnter übergehen und so waren wir heute auch permanent auf der Suche nach warmem Wasser für Tee. Man traf sich also in regelmäßigen Abständen am Wasserkocher.

Da Judith in ihrer Arbeit versank und ich ihr dabei leider nicht helfen konnte, durft eich dann auch ein bissl früher gehen.

In Mainz hat heute auch das Semester begonnen. Und ich war nicht dabei. Schade, aber ich stoße nächste Woche ja schon dazu.



Dienstag 23. Oktober 2007



Also heute war ich das erste Mal ernsthaft in Versuchung mich wie ien blöder Groupie zu verhalten: Als ich nach der Arbeit vom Einkaufen kam, wäre ich nämlich fast mit Ralf Herforth zusammengestoßen und den finde ich wirklich toll. Aber beruhigt euch. Ich war brav, habe den Kurs korrigiert und bin um ihn herum gelaufen, ohne in um ein Autogramm zu bitten, oder so.

In dieser Stadt trifft man wirklich alle Nas lang auf einen Schauspieler oder Moderator. Mehr kann das eigentlich nur noch in Hollywood sein.



Mittwoch 24. Oktober 2007



Mal überlegen. Nee, heute gab es nichts besonderes. Ich habe Judiths Posteingang sortiert, weil meine Bücher noch nicht da waren, aber sie sollen morgen kommen. Dann kann endlich richtig losgehen. Sonst habe ich mir den HIntern abgefroren, weil ich ja unbedingt meinen schönen neuen Wintermantel zu Hause lassen musste. Freue mich schon, wenn ich endlich ne warme Jacke tragen kann und nicht lauter Pullis unter meinen dünnen Trench ziehen muss, damit ich nicht friere. Irgendwie fehlt der eignetliche Übergang von Sommer zu Herbst zu Winter. Es ist einfach gleich Winter geworden.

So, jetzt muss ich noch ein passendes Outfin für morgen finden, weil wir ja abends direkt vom Büro zur Buchvorstellung müssen und wir da einigermaßen fein aussehen sollen. Ich weiß echt nicht, was von den Sachen, die ich mithabe da passen könnte.



Freitag 26. Oktober 2007



Noch ein Besucher und ich habe 1000 Klicks!

Gestern war ja endlich die Buchvorstellung von "Jahrgang 1926 / 27" So ein Buch, bei dem sich jeder mal für seien Jugend 1933 bis 45 rechtfertigen darf.

Eigentlich war alles ganz unspektakulär. Es kamen eine Menge Leute, wir strichen auf unserer Liste die Namen durch und dann blieb ich noch, falls Sebastian Hilfe beim Büchertisch brauchte. War aber nicht der Fall, also konnte ich nach einem 12 Stunden Tag endlich heim.

Heute wurde ich an den Vertrieb ausgeliehen und war dann quasi die Praktikantin des Praktikanten. Durfte für den Mitarbeiterverkauf erst die Lieferung checken und dann alles wieder einpacken. Eine Heidenarbeit, sag ich euch.

Um 15 Uhr bin ich dann erst mal heim, aber das Wetter ist echt ungemütlich. Eigentlich müsste ich mal was zum Abendessen einkaufen, aber mir ist so kalt, dass ich unter der Decke nicht hervorkommen mag.

Sonntag, 14. Oktober 2007

Praktikum Köln die sechste Woche

Sonntag 14. Oktober 2007

Durch die Wohnung zieht gerade leckerer Kuchenduft. Ich backe nämlich fürs Büro morgen. Da muss man nämlich an Geburtstagen und zum Abschied Kuchen mitbringen. Das tolle ist, dass ich das hier endlich mal wieder in einem richtigen Ofen tun kann. Sieht bestimmt besser aus, als das, was bei mir zu Hause aus dem Mikrowellenofen rauskommt.
Elisa ist schon seit heute morgen weg. Sie kam Freitag und wir hatten ein echt schönes Wochenende. Schließlich hatten wir uns ja nach 4 Jahren auch ne ganze Menge zu erzählen. Freitag Abend waren wir erst gemütlich im Café Waschsalon essen, dann auf einen Cocktail in der Zülpicher Straße und sind dann im Studentenclub "Das Ding" tanzen gegangen. Das war dermaßen voll, dass das Tanzen teilweise eher zur Körperverletzung ausartete. Aber wir ließen uns nicht stören, denn die Musik war tanzbar und das war das wichtigste. Allerdings sind die Studies, die da hingehen, eher Studienanfänger, denn die waren alle noch voll jung.
Habe auch Saskias Mitbewohnerin da getroffen, aber zum Quatschen war es zu laut.
Samstag haben wir ganz gemütlich ausgeschlafen und gefrühstückt. (Elisa war sogar Brötchen holen! Da sie mit einer Freundin gekommen war, die ihrerseits eine Freundin in Bonn besuchte, trafen wir Lene und Vanessa am Dom und haben uns dann einen schönen Nachmittag in der Sonne gemacht. Wir vier passten ganz gut zusammen und hatten echt immer was zu quatschen und ganz ähnliche Interessen. leider mussten sie nur schon recht früh wieder zurück nach Bonn.

Lischen und ich sind aber noch ne schöne Runde spazieren gegangen und waren dann bei nem netten Italiener. Ich hatte Muscheln! Hmmmmmmmmmm, lecker!
Leider hat der Kellner beim Bezahlen nur so lange gebraucht, dass wir im Rex keinen Platz mehr in Sterben für Anfänger bekommen haben. Aber da zeigte sich, wie toll es ist an den Ringen zu wohnen, denn wir sind einfach ins nächste Kino und haben uns Pornorama, die bekenntnisse der Näherin Rita Brauchts, den nächsten tollen deutschen Film angesehen. War total lustig.
Da sie heute morgen früh los musste, waren wir danach auch schon im Bett.
Hach ja! War echt schön! Es ist echt toll, wenn man alten Freuden begegnet und es ist wie früher, als man sich kennen gelernt hat.
Montag 15. Oktober 2007

Eigentlich hatte ich gedacht, dass ich heute ganz viel zu tun haben würde, aber Judith musste erst mal ihre Notizen von der Messe ordnen und so hatte ich den ganzen Tag über nur sehr wenig zu tun. Habe mich in Sachen Online-Lizenzen etwas weitergebildet und dann etwas im Netz gesurft, aber ansonsten war nichts los.
Mein Kuchen kam allerdings total gut an, vor allem der Schokoladenkuchen. Freut mich ja immer wieder, wenn ich was genießbares produzieren kann.
Heute Abend will meine Mitbewohnerin heimkommen, weil hier heute die Uni begonnen hat. wie wir uns wohl vertragen werden, wenn wir die nächsten zwei Wochen tatsächlich zusammen wohnen werden?

Mittwoch 17. Oktober 2007

Tja, ich kann nur sagen, nichts neues. Habe im Moment viel zu tun mit der Vorbereitung der großen Bücherversendung. Meine Mitbewohnerin ist jetzt auch da, und wir verstehen und noch sehr gut.

Donnerstag 18. Oktober 2007

Heute war ein guter Tag. Die letzten Tage fühlte ich mich etwas schlecht, denn ich hatte echt das Gefühl auf der Arbeit unter meinen Fähigkeiten zu bleiben. Irgendwie habe ich nur Mist gebaut. Sachen vergessen und so. Aber heute ging es wirklich gut. Ich habe meine Listen fertig gekriegt und alles kopiert, so dass ich wenn die restlichen Bücher, die ich dann auch endlich alle bestellt habe, da sind, richtig loslegen kann. Ich glaube, Judith war heute auch zufriedener mit mir.
Nach der Arbeit bin ich gleich zu Svenja durchgefahren und wir waren schön was essen und dann habe ich mir ihre Wohnung angesehen. Eine schöne gemütliche Dachwohnung. Richtig zum wohlfühlen.
Meine Mitbewohnerin ist wieder unterwegs bis Sonntag. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich wohl echt nicht zum WG-Leben gemacht bin. Magdalena und Christof verhalten sich normal, doch irgendwie bin ich abends nach der Arbeit doch lieber alleine. Da kann man irgendwie besser abschalten.

Freitag 19. Oktober 2007

Juchu! Heute sind endlich die vielen vielen Bücher angekommen, die ich Montag bestellt habe. Das hieß dann natürlich heute Päckchen packen. Und da sie erst nach der Mittagspause kamen, war das ein Wettlaugf gegen die Zeit, also viel mehr gegen den Postboten. Ganz gewonnen habe ich nicht, aber das lag eher daran, dass mir noch die Bücher aus der zweiten Bestellung vom Dienstag fehlen. Die kommen aber bestimmt Montag und dann kann ich voll aufdrehen und versuchen alle alle Packete weg zu kriegen.
Um fünf meinte Judith, ich solle endlich nach Hause gehen und nicht das ganze Wochenende im Verlag verbringen.
Endlich zu Hause, habe ich den Abend mit einem Schaumbad begonnen und bin jetzt zu Bridget Jones übergegangen. Genau der richtige Film für heute Abend.
Samstag 20. Oktober 2007
Anscheinend habe ich mich an die Arbeit schon so richtig gewöhnt, denn als ich heute Morgen aufwachte, dachte ich ich hätte verschlafen. Erst als ich schon auf dem Weg im Bad war, habe ich gerafft, dass ja samstag ist und ich gar nciht ins Büro muss. Herrlich! Dafür habe ich dann bis 12 Uhr geschlafen. Dann bin ich losgezogen und ein bisschen durch die Stadt geschlendert, habe mich einfach unter die Leute gemischt und es genossen.
Jetzt ist Ally McBeal angesagt. Aber Billie ist schon blond, also wirds traurig.

Samstag, 13. Oktober 2007

Buchmesse 2007

Hallo ihr Lieben!

Entschuldigt die lange Funkstille, aber ich kam einfach zwischen Feiern und Buchmesse nicht zum Schreiben.

Also, erst mal Danke an alle für die Lieben Geburtstagsgrüße!

So, von meiner Geburstagsparty gibt es zu erzählen, dass sie total schön war. Ganz viele liebe Menschen haben es geschafft, obwohl es unter der Woche war und ich verstehen kann, dass das einigen zu spät war.

Es gab viel Bier und Sekt und Cordi spendierte an der Bar auch noch Tequila. Am Ende waren wir noch eine kleine Runde an der Bar und sogar die Barmädels waren schon weg. Also so wie in alten Zeiten!

Ich habe keine Ahnung, wann ich zu Hause war. Nur dass ich einen wahnsinns Schädel hatte, als ich aufstehen musste. Achso: Sorry Joost, dass ich noch nicht fähig war mich zu unterhalten als du anriefst, aber ich war eigentlich noch im Koma.

Habe mich dann mit Jessy zum Lunch getroffen. An Essen war nur leider auch noch nicht wirklich zu denken. Aber es war schön, so gemütlich im "Koi" zu sitzen.

Allerdings habe ich mich danach wieder in mein schönes warmes Bett begeben. Bis Sascha kam. Der konnte auch nicht ins Pub, aber er kam dann so nochmal vorbei. Das war schön, denn in letzter Zeit schaffen wir es leider so selten uns mal in Ruhe zu sehen.

Tja und dann kam auch schon meine Mum und wir sind spazieren gegangen und essen am Rhein. Und ich muss gestehen, auch wenn ich jetzt 25 bin, ich genieße es doch immer mal, meine Mama für mich ganz alleine zu haben.

Am Mittwoch musste ich dann schon um unwirtliche 7 Uhr aus den Federn, weil ich ja pünktlich auf der Buchmesse sein musste.
Das war alles sehr spannend, weil ich ja mit Judith in ihre Besprechungen gehen durfte. Bin mal gespannt, wie sich ihre Verhandlungen nächste Woche bemerkbar machen. Ich werde bestimmt ganz viele Päckchen packen dürfen.

Ab mittags bin ich dann alleine über die Messe gestreunt und habe ein paar Kontakte in Schottland geschlossen. Bin mal gespannt, ob das nächstes Jahr auch alles klappt.

Anschließen habe ich am DuMont Stand noch ein bisschen geholfen. Da war auch wirklich sehr viel los. Ganz viele unserer Autoren waren da und ich habe mich sogar kurz mit Dirk Wittenborn unterhalten. Der erkannte mich wieder von seinem Besuch vor ein paar Wochen! Nett!

Ich habe auch Frau Heidenreich gesehen, aber nur im Vorbeigehen. Und Michel Friedmann, aber der sieht wirklich wirklich unsympathisch aus.

Irgendwann gegen Abend war ich dann soweit, dass ich einfach nur noch heim wollte. Allerdings hat die Bahn über eine Stunde gebraucht. Bin einfach nur noch eingeschlafen.

Aber es war auf jeden Fall wahnsinnig interessant, die Buchmesse auch mal aus der Ausstellerperspektive zu sehen. Jetzt war ich schon als besuchender Schüler da und als Mitglied der Presse und als Mitarbeiter eines Verlags. Fehlt eigentlich nur noch die Sicht des Autors. ;-) Als Presse war es am besten, denn da bekommt ganz viele Leseexemplare. eins habe ich jetzt auch ergattert, aber nur so ein doofes über den Irak. Naja. Dafür habe ich aber Visitenkarten und Adressen und Kontakte.

Montag, 1. Oktober 2007

Praktikum Köln die fünfte Woche

Montag der 01.10.2007

Nur noch 9 Tage bis zu meinem Geburtstag !
Heute morgen durfte ich endlich mit auf die Vertreterkonferenz und das war zumindest für mich sehr interessant. Dort stellte man den Verlagsvertretern die neuen Titel vor und ich hätte nicht gedacht, dass die so viel Mitspracherecht haben, was zum Beispiel die Covergestaltung angeht. Eine der Autorinnen stellte auch ihr neues Buch über tibetische Flüchtlingskinder vor und das dermaßen toll und überzeugend, dass ich dabei die Tränen nur schwer zurückhalten konnte. Bei vielen Titeln bekam ich richtig Lust sie gleich zu lesen und deshalb muss ich mir, wenn Zeit ist, unbedingt die Fahnen kopieren gehen.
Da ich nur vormittags mitdurfte, habe ich die restliche Zeit mit der Erstellung der Backlist verbracht. Immerhin: Zwei von dreien habe ich fertig. Fehlt nur noch die Fiction. Eine neue Pressepraktikantin haben wir auch bekommen. Sie ist richtig nett. Morgen ist ihr erster Soloflug und wir sind alleine im Büro, weil alle auf der Sitzung sind. bin mal gespannt, ob alles klappt.
Zumindest habe ich dann mal Zeit mit meiner Arbeit auch wirklich fertig zu werden.

Dienstag 02. Oktober 2007

Herrlich! Zwei Tage arbeiten und schon wieder einen Tag frei. So lass ich mir das Leben gefallen.
Heute war mehr oder weniger Stallwache angesagt, denn Saskia, die neue Pressepraktikantin und ich waren alleine mit unserer Arbeit und den Telefonen. Hat super geklappt und ich habe sogar mit einem unserer Autoren telefoniert. Saskia hatte allerdings Elke Heidenreich dran, das toppt das Ganze natürlich.
Morgen ist Tag der deutschen Einheit, hm, auf jeden Fall werde ich wohl ausschlafen und dann...wohl nach Wetterlage entscheiden. Eigentlich hätte ich mal Lust den ganzen Tag zu lesen.

Mittwoch 03. Oktober 2007 Tag der Deutschen Einheit

Eigentlich wollte ich ja schön ausschlafen, aber dann rief Julia an, das Mädel vom dem ich das Zimmer habe. Sie ist schon seit Montag in Köln und wollte mal nach dem Rechten sehen. Echt nettes Mädel. Sie sah nur schnell nach ihrer Post und war ruckzuck wieder weg.
Weil ich dann schon mal wach war, habe ich mich erst ein bissl an den Rechner gesetzt und den ersten Fragebogen für meine Magisterarbeit entworfen.
Danach wollte ich mal fleißig sein und ein Buch für die Uni lesen, aber irgendwie komme ich weder in A Tale of Two Cities von Dickens noch in Tristam Shandy von Laurence Stern rein. Die Sprache ist seltsam und Tristam Shandy erscheint mir irgendwie so durcheinander und ungeordnet. Vielleicht lese ich doch erst noch ne Fahne aus dem Verlag.

Donnerstag 04. Oktober und Freitag 5. Oktober 2007


War gestern zu sehr mit den kleinen Gärten des Maestro Puccini beschäftigt um zu schreiben. Heut habe ich im Verlag ganz viel getackert. Es galt die verschiedenen Listen so zusammen zu heften, dass Judith sie dann nächste Woche bei den Verhandlungen verteilen kann. Es war so viel, dass ich heute Nacht im Schlaf bestimmt weiter tackere.
Dass ich ne Stunde früher als sonst, trotz allem, heim kam, habe ich gleich mal genutzt, um ins cleanicum zu gehen, damit miene Wäsche bis Montag auch sicher trocken ist. Tja sonst, weiß ich noch nicht, was ich heute mache.
Morgen gehe ich wahrscheinlich mit Saskia, der neuen Pressepraktikantin auf den Flohmarkt. Wissen nur nich nicht wann, und Julia will morgen ihr Fahrrad holen. Muss das alles noch koordinieren.
Sonntag 07. Oktober 2007

Gestern war ich nur erfolglos auf der Suche nach Stiefeln (wie jedes Jahr).
Aber heute war der Tag des großen KölnMarathons. Eigentlich waren meine Kollegin Saskia und ich ja für den Flohmarkt am Rheinufer verabredet, aber der fand heute natürlich nicht statt. Also entschlossen wir uns spontan mit ihrer Mitbewohnerin deren Kumpel auf dem Marathon anzufeuern.
So zogen wir dann zu viert, die zweite Mitbewohnerin schloss sich auch noch an, bewaffnet mit Plakaten losgezogen. Um Tobias, so heißt dr Kumpel, am Kilometer 32 vorbeirennen zu sehen. Er war da sogar noch so schnell, dass ich ihn nur noch von hinten erwischt habe.

Statt mitzulaufen, sind wir dann aber mit der Bahn zum Ziel gefahren, um ihn zu empfangen. Mit der Bahn zu fahren ist allerdings heute kein ganz leichtes Unterfangen gewesen. Wir mussten ständig wieder über den Rhein fahren, um dorthin zu gelangen, wo wir hin wollten, weil die Bahnen entweder gar nicht fuhren, oder umgeleitet waren. dabei hat man aber auch ne schöne Aussicht über den Rhein bekommen, also ist das gar nicht so schlimm.
So und jetzt muss ich packen, denn ich komme morgen heim!

Montag, 24. September 2007

Praktikum Köln die vierte Woche

Montag 24. September 2007



Bin wieder zurück in Köln nach einer turbulenten Woche in England. Darüber werde ich gesondert berichten, sobald ich ein paar Stunden am Stück Zeit habe zum Schreiben.

Nach einer Woche Urlaub und zwei Wochenenden in meiner eigenen Wohnung war es ganz schön schwer wieder her zu kommen, weil ich eigentlich eine Woche Urlaub gebraucht hätte, um mich von dem vielen Laufen und Stehen zu erholen.

Aber dafür weiß ich jetzt endlich dass in die ganze Buchmesse über in Wiesbaden und Frankfurt sein werde, also auch an meinem Geburtstag!

Nach der Arbeit war nicht mehr viel mit mir los, außer Waschsalon und n bissl Fernsehen. Geh auch gleich ins Bett. Ich muss einfach etwas Schlaf nachholen.



Dienstag 25. September 2007



Versuche erst mal England zu rekapitulieren. Hier war ansonsten eher wenig los. War im unheimlichen Kellerarchiv und habe Briefe und Texte geschrieben also nichts spannendes. Donnerstag gehe ich endlich mal zu einer Lesung, da gibt es bestimmt wieder tolles zu berichten.



Mittwoch 26. September 2007

Die Buchmesse steht jetzt für mich fest. Und ich komme sogar Montagabend schon heim. Also können wir sogar in meinen Geburtstag reinfeiern!

Ansonsten war heute viel zu tun und wir hatten endlich eine Schulung für den Bereich Vertrieb. Allerdings ist mein Hirn jetzt echt voll.



Donnerstag 27. September 2007

Heute kamen gleich zwei unserer Topautoren in den Verlag. Erst kam Dirk Wittenborn ("Call me Dirk [Döörk]!"), der sogar einen Abstecher zu uns Praktikantenzimmer machte um Hallo zu sagen. Er hat "Casper" geschrieben, dass ich gerade erst gelesen habe. Schon spannen, den Autor dann so in Natura zu erleben. Ich hatte ihn mir allerdings anders vorgestellt, nicht so bodenständig, weil man immer nur ließt, dass er in den Hamptons und der Upper Class aufgewachsen ist.

Und als zweites kam Alexa Hennig von Lange, die für die Vanity Fair fotografiert wurde. Sie schien auch recht nett zu sein. Genauer kann ich das aber erst morgen sagen, denn ich gehe mit den anderen Praktikantinnen zu ihrer Lesung ins Gloria Theater. Das heißt, wenn ich vorher nicht wegschwimme, denn es gießt seit heute Mittag in Ströhmen und ich bin klitschnass heimgekommen.

Nachtrag: Also die Lesung von dem Zeitautor war toll, auch Dirk Bach und Helmut Zerlet waren super, aber ich weiß jetzt wieder, warum ich ALexa Hennig von Langes Bücher nicht lese und sie nicht so toll finde. Diese Frau,die die 30 schon vor einer Weile überschritten haben dürfte, hat einen auf kleines Mädchen gemacht und zwar so dämlich, dass ihre Lesung über Alice Schwarzer nahezu ins Lächerliche gezogen wurde. Schade!



Freitag 28. September 2007

Heute habe ich mich den ganzenTag mit der englischen Backllist herumgeschlagen. Irgendwie wollte Word nie so wie ich. Aber am Ende sah es ganz gut aus, nur leider bin ich nicht fertig geworden.

Dafür kam heute Julia und bleibt das ganze Wochenende.Waren erst mal ein bissl auf der Piste und haben uns die hiesigen Cocktailbars angesehn. Da gibt es schon ein paar schöne und im Sqeezer gibt es auch einen sehr schönen Bartender. Eigentlich müsste der als Plakat auf dem Timesquare hängen. WoW!



Sonntag 30. September 2007 (und Samstag29.September)

Wochenenden sind immer so schnell fast vorbei. Gestern konnte ich nicht schreiben, weil ich ja mit Julia unterwegs war. Nachdem wir erst mal ausgeschlafen und schön gefrühstückt hatten, gings zum Sightseeign und shoppen. Dabei frequentierten wir besonders die Makeup Laden und vor allem mehrere dm Filialen. Abends waren wir dann im Rex und haben Irina Palm gesehen. Der Film ist wirklich sehr empfehlenswert. Marianne Faithfull ist nämlich noch immer eine tolle Schauspielerin.

Weil es regnete und wir keine Lust hatten im Regen rumstustapfen sind wir dann allerdings nach Hause und haben da noch ein bissl gequatscht.

Heute wollten wir dann noch Frühstücken gehen und endlich in die Dior Ausstellung im Museum für angewandte Kunst. Was mir bis jetzt aber noch nicht aufgefallen war, die meisten Cafés, die Frühstück servieren, machen erst um 11 h überhaupt auf. Aber wir waren dann auf einen Kakao und ein Croissant im Salon Schmitz, eines der Cafés, die in Köln wohl total bekannt sind. War gemütlich.

Die Ausstellung über Christian Dior war wieder mal sehr klein, aber dafür gab es wahnsinnig schöne Kleider zu sehen. Solche, wo das Herz gleich schreit: Haben will! Außerdem gab es acuh noch Schmuck zu sehen, und Skizzen für Kleider. Also wenn ich mal viel Geld habe, will ich Dior tragen!

Da danach noch etwas Zeit war, haben wir dann noch ein bissl am Rhein rumgesessen und die Sonne genossen. Denn heute war ein herrlicher Spätsommer oder Frühherbst Tag. Hoffentlich gibt es noch ein paar davon.

Auf dem Weg zum Bahnhof trafen wir dann auch noch lustigerweise einen Kunden aus der Landesbibliothek. Die Welt ist echt ein Dorf.

Tja, und so war das Wochenende schon wieder vorbei und Julia musste den Zug zurück nach Mainz nehmen.

Heute Abend muss ich früh ins Bett, den morgen darf ich mit auf die Vertreterkonferenz. Da muss ich allerdings früher im Büro sein. Aber ich freu mich schon. Wird bestimmt interessant.

Sonntag, 9. September 2007

Praktikum Köln die dritte Woche

14. und 15. Tag Samstag und Sonntag 8. und 9. September

Gestern hatte ich keine Lust zu schreiben, aber ich hole es heute nach.
Die ganze Woche über hatte ich es aufgeschoben, aber gestern war es nötig, also machte ich meinen ersten Besuch im Waschsalon. Das Cleanicum ist nicht nur ein Raum mit Waschmaschinen und Trocknern, sondern auch ein Klamottenladen und Café. Nachdem mir das nette Mädel hinter der Theke erklärt hatte wie alles funktioniert, war alles ganz einfach. Ich kam mir da echt blöd vor, dass ich mich die ganze Woche nicht hingetraut hatte.
Nachdem ich die nasse wäsche aufgehängt hatte, bin ich noch mein Zugticket für nächstes Wochenende holen gefahren. Auf dem Heimweh habe ich auf der Domplatte wieder zwei tolle Pantomimen gesehen.

Den Rest des Tages habe ich irgendwie verlesen und vergammelt. War mal ganz schön.
Heute dann war ich in der Balthus-Ausstellung im Museum Ludwig. Ich kannte diesen Maler gar nicht, aber anscheinend ist er einer der einflussreichstend Maler des 20. Jahrhunderts.
Er hat sehr oft junge Mädchen gemalt, an der Schwelle zum Frausein. Das ist irgendwie ein bisschen anstößig, aber die Bilder sind schön. Nicht umsonst gab es im Museumsshop Nabokovs Lolita zu kaufen.
Anschließend sah ich mir den Rest des Museums an, nur um dabei festzustellen, dass Moderne Kunst mir irgendwie nicht zugänglich ist.
So, und jetzt ist es schon wieder Sonntagabend und das Wochenende ist rum. Aber ich freue mich auch schon wieder auf die Arbeit morgen. Die Wochenenden sind doch, ehrlich gesagt, ein bisschen einsam. Allerdings gibt es auf comedycentral jeden Tag 4 Folgen Ally McBeal. das hilft auf jeden Fall.

16. Tag Montag 10. September 2007
Tja, ich würde euch gerne erzählen, dass heute etwas spannendes passiert ist, aber das ist es nicht. Auf der Arbeit habe ich heute Bücher verschickt und dann Texte übersetzt. Der Job ist immer noch interessant und macht Spaß. Ansonsten bin ich jetzt müde und muss dringend ins Bett.
Drücke euch alle!

17. Tag Dienstag 11. September 2007

Wahnsinn! Ist es schon 6 Jahre her?! Jeder weiß wohl, wo genau er an diesem Tag 2001 war. Wir waren auf Kursfahrt auf Malta. Ich erinnere mich noch, wie hilflos ich mich gefühlte habe, soweit weg von meiner Familie, die aber auch alle in Urlaub waren. Der Kopf sagte einem zwar, dass einem auf solch einer kleinen Insel im Mittelmeer relativ wenig passieren kann, aber der Bauch sendet Panik. Für die meisten ist es immer noch als wäre es erst letztes Jahr passiert und Ground Zero ist noch immer eine Narbe im Häusermeer von Manhatten. Aber das was danach kam, ist denke ich, genaus wenig gerechtfertigt gewesen wie der Anschlag. Manche sagen "Bombing for War is like Fucking for Virginity" und ich finde, da ist was dran.
So, nun aber zu meinem Tag: Er verlief sehr ruhig, bis jetzt. Nachher werde ich erfahren wie Svenjas Dreh mit Bastian Pastewka und Michael Kessler verlaufen ist. Bin schon ganz gespannt, was sie erzählt.
Nachtrag: Habe mich noch mit Svenja getroffen. Ihr Dreh war wohl sehr erfolgreich. Zusammen sind wir dann zu Camelo, der wohl jeden Abend für die ganze Truppe kocht. Die Truppe waren Pipi und Serkan, mit denen wir letzte Woche weg waren, Thomas und Svenjas Freund André, den sie liebevoll Hühnchen nennt. Nach dem Essen in so großer Runde haben wir noch Alzheimory eine Memoryversion von den Ärzten gespielt und Mensch-ärgere-dich-nicht. Aber es war kein normales sondern die Playboyedition mit Bunnies als Spielfiguren. (Camelos Spitzname ist Hase). Die bösen Wortgefechte beim Rausschmeißen gehörten ja schon dazu. Wir haben so richtig viel gelacht und hatten viel Spaß. Die letzte Bahn war allerdings schon weg, aber da Thomas eine Straße weiter von mir wohnt. habenw ir uns einfach ein Taxi geteilt, um 2.00 Uhr nachts!

18. Tag Mittwoch 12. September 2007
Heute gab es eine große Sitzung im Verlag, bei der das neue Programm für die Kunst vorgestellt wurde. Da gibt es schon ein paar sehr interessante Sachen. Spannend fand ich aber die Sitzung selbst. Endlich konnte ich mal sehen, wie ein Programm so zustande kommt und wer da alles mitzureden hat. Durch die Sitzung bin ich aber mit meinem Arbeitspensum nicht pünktlich fertig geworden. Deshalb bin ich dann etwas länger geblieben und habe ganz viele Päckchen versandfertig gemacht. Morgen gehts damit wahrscheinlich noch weiter. Da ich aber letzte Nacht aber relativ wenig Schlaf hatte, war ich danach auch hundemüde. Dabei fühlte ich mich heute Morgen sogar einigermaßen ausgeschlafen. Ich habe sowieso das Gefühl, dass hier besser und tiefer schlafe, weil das Zimmer so schön ruhig hintenraus liegt. Hier fühle ich mich beim Aufstehen richtig erfrischt. Zu Hause bin ich einfach immer nur trotzdem fertig, auch wenn ich volle 8 Stunden Schlaf hatte. Muss das am Wochenende mal überprüfen, wenn ich in meinem eigenen Bett schlafe.

19. Tag Donnerstag 13. September 2007

Keine besonderen Vorkommnisse. Mir fiel nur siedendheiß ein, dass ich vergessen habe mit englische Pfund für Montag zu besorgen, aber zum Glück habe ich einen gaaanz tollen Opa, der für mich tauschen geht. Dann muss ich nur Euro besorgen und ihm geben, denn die Banken haben hier immer schon zu, wenn ich aus dem Büro komme.
Ansonsten war ich nochmal schnell im Waschsalon. Ist ja schon schön, wenn man einfach alle Maschinen auf einmal laufen lassen kann, also Weiß und Bunt. Dann muss man nicht so lange warten. Allmählich muss ich mir auch überlegen, welche Klamotten ich für England brauche und mir noch so kleine Reiseversionen für Duschgel und Schampoo und so besorgen, wegen der blöden Sicherheitsregelungen. Bin schon ganz aufgeregt. Endlich wieder England!!!!

20. Tag Freitag 14. September 2007

Kaum da schon wieder weg. Aber ist ja nur für eine Woche. Habe gerade meine Tasche für England gepackt. es ist echt demütigend seine ganzen Cremes und Lotions in diese kleinen durchsichtigen Behälter zu füllen, damit die einen ins Flugzeug packen. Beim Öffnen der einen habe ich mich gleich mal geschnitten. Die nächste lief Beim Einfüllen über. Für das meiste habe ich ja Reisegrößen bekommen, aber da ich nicht alle Cremes vertrage, musste ich den Rest halt abfüllen. Dicht sind diese Sachen aber bestimmt nicht. Aber um einem eventuellen Durchsuppen vorzubeugen habe ich sie alle nochmal in eine Tüte gepackt.
Morgen Früh gehst dann erst mal mit dem Zug nach Wiesbaden und Montag ab Mainz und dann vom Flughafen Hahn aus, endlich wieder ins gelobte Land! Freue mich shcon wie eine Schneekönigin auf England.
Jetzt muss ich aber nochmal checken, ob ich auch alles habe.
Den Blog werde ich dann also für diese Woche unterbrechen müssen. aber ich gebe euch natürliche einen Überblick, wenn ich wieder da bin!
Bis dahin *winke, winke*

Sonntag, 2. September 2007

Praktikum in Köln die zweite Woche


8. Tag Sonntag 02.September 2007

Klichées sind doch was schönes! Vor allem wenn sie so schön bestätigt werden: Aus einem Handy ertönt ein ABBA-Song, ein Typ geht ran und flötet wunderschön nasal: "Hallooo Achim!"
Aber zu meinem heutigen Tagesbericht: da ich mich heute etwas morbide fühlte, machte ich mich auf zum Melaten Friedhof. denn da konnte ich einem meiner lange vernachlässigten Hobbys fröhnen, dem Fotografieren von Grabengeln. Wahrscheinlich halten mich jetzt einige für verrückt, aber ich mag Friedhöfe. Sie sind so schön ruhig und es stört einen bestimmt keiner beim Schlendern durch die Reihen der Gräber mit ihren abertausenden Namen. Und da dieser Friedhof relativ alt ist, war die Chance groß, dort schöne Engel zu finden, die über die Toten wachen.
Den Beweis, dass der Herbst jetzt unwiderruflich Einzig hält habe ich hier auch entdeckt, denn auf dem Weg lag die erste Kastanie des Jahres.
Stundenlang lief ich einfach nur die vielen kleinen Wege entlang, las Namen und Familiengeschichten, besuchte das Grab von Willie Milowitsch und genoss einfach die Ruhe. Dabei begenete mir hier sogar ein Jogger.
Ansonsten habe ich auch endlich einen Ersatz für mein geliebtes Perfect Day gefunden: Die Bagelstation. Da gibt es nicht nur wahnsinnig leckere Bagel, sonder auch Suppen, Kaffee, Kakao und Muffins. Eben wie zu Hause. Das Ambiente ist auch sehr gemütlich und mit Swing kriegt man mich ja eigentlich immer.



9. Tag Montag 3. September 2007

Die Routine hat sich ganz langsam angeschlichen und nun ist sie da. Habe den ganzen Tag damit verbracht passende englischsprachige Verlage für drei unserer Titel zu finden. Das hat bis Feierabend gedauert und wirklich zufireden bin ich nicht. Mal sehen, was Judith morgen sagt. Mehr war nicht, tut mir leid.
Aber an dieser Stelle schicke ich euch allen ganz viele Grüße und Küsse!

10. Tag Dienstag 4. September 2007

Komme so langsam in den Job rein. Seit heute mache ich sogar die Terminierung für meine Chefin für die Buchmesse. Das heißt vor allem Telefonate mit dem Ausland. Aufregend! Meine ersten Gespräche in Englisch! Und es hat tatsächlich sehr sehr gut geklappt.
Der Abend war total lustig! Habe mich mit Svenja, einer Freundin mit der ich schon auf der Grundschule war, und ihren "Püppis", also ihren Jungs getroffen, um ins Scala Theater zur zweiten Hauptprobe von Richmodis - Jebütz weed immer zu gehen. Ein Freund von Svenja, Camelo, arbeitet dort an der Bar und so konnten wir für lau zugucken. Mit dieser illustren Runde hatten wir ziemlich viel Spaß und das Stück übrigens in Mundart mit ziemlich viel Musik, ein bisschen wie das Jugenclubtheater nur eben auf Kölsch, war echt komisch. Irgendwie geht es um eine der Stadtheiligen, die während der Pest für tot gehalten wurde, aber wieder auferstand und um einen Totengräber. Ganz verstanden habe ich das nicht, aber es man konnte ziemlich viel lachen. Richmodis von Aducht wird übrigens von einer Nichte von Trude Herr gespielt. Die Stimme klingt auch eindeutig nach Verwandschaft.
Da das Stück schon ziemlich lang ging, hatte ich leider nur noch kurz Zeit, um mit in den neuen Club "the O" am rudolphplatz zur Funky Chicken Party zu gehen. "the O" ist ein ziemlich kleiner Club, mit den typischen House Beats. In Köln geht es auch von ein Uhr Nachts nicht richtig los. Aber es war schon einigermaßen voll. Haben ein paar Kölsch, eher Limo als Bier, genommen und getanzt. Die Bardame machte dem Ruf ihrer Zunft alle Ehre, denn ihr BH-loser Busen viel einem aus dem Wickelkleid fast entgegen, wenn sie sich über die Theke beugte. In unserer Runde hatten die Herren dafür allerdings kein rechtes Auge, da sie wir mehr eher den Kerlen hinterguckten.

So um eins bin ich dann heim, denn sonst wäre ich morgen gar nicht mehr aus dem Bett gekommen.


11. Tag Mittwoch 05.09.2007

Heute morgen bin ich tatsächlich ganz gut aus der Kiste gekommen. Früh war es halt trotzdem. Auf der Arbeit gab es heute ein bisschen Aufregung, weil gleich zwei große Kritiken in der taz und der FAZ erschienen sind, die natürlich jeder gleich haben wollte, aber die Post war zu spät dran. Die arme Praktikantin aus der Presse war schon ganz genervt, weil alle paar Minuten jemand im Büro stand und nachfragte.
Als sie dann endlich da waren, machte ich mich auch gleich an die Auswertung und die Übersetzung. Der Rest des Tages bestand aus Termin planung, Briefen und Mails. Und dem Versuch Briefe aufzusetzen um unsere Bücher englischen und amerikansichen Verlagen schmackhaft zu machen. Da saß ich gestern schon dran, aber jetzt bin ich endlich soweit, dass sie morgen raus können.
Jetzt genieße ich erst mal den Feierabend. So ein 7,5 Stunden Tag schlaucht ganz schön.

12. Tag Donnerstag 6. September 2007

Man könnte meinen, ich sei heute etwas selbstmorgefärdet, denn erst hätte ich mich heute fast in die Hand getackert, also ich blieb mit dem anderen Ende des Tackers in der Haut zwischen Daumen und Zeigefinger hängen. Autsch! Tat das weh! Aber wenigstens hat es nicht geblutet. Und dann ist es endlich passiert. Ich bin fast von einem Fahrrad überfahren worden. Aber in dieser Stadt ist es sowieso nicht die Frage ob, sondern wann es passiert. Denn hier gibt es so dermaßen viele Radfahrer, wahrscheinlich mehr als Autos. Hier muss man wirklich richtig aufpassen, dass man nicht aus Versehen auf dem Radweg rumlatscht und da sich die lieben Radfahrer an keine Verkehrsregel halten, auch, wenn man über die Straße geht.

13. Tag Freitag 07. September 2007

Wieder liegt eine Interessante und arbeitsreiche Woche hinter mir. Und heute hatte ich sogar den ersten Besuch. Natascha und Ondrej kamen für ein paar Stunden, weil er geschäftlich hier zu tun hatte. Es tat so gut euch zu sehen, Leute! Und ich hoffe, dass ihr bald nochmal für länger kommt.
Auf der Arbeit gab es heute eine Verabschiedungsparty. Eine der älteren Kolleginnen geht in den Ruhestand und hat mit Prosecco, Zwiebelkuchen und Pflaumenkuchen gefeiert. Nach einem vollen Glas Prosecco ging es uns allen, glaube ich, ziemlich gut, zumindest wirkten alle viel lockerer. Ja und dann holte mich ja auch schon Natascha von der Arbeit ab. Zum Glück hatte ich schon alle Französichen Verlage für unsere Bücher gefunden, und konnte dann gehen.
Freue mich schon auf Montag, aber jetzt mache ich es mir erst mal mit den Manuskripten, die ich gestern mitgenommen habe, gemütlich. Die Bücher sind zwar alle mitlerweile erschienen, aber ich muss mich ja mal informieren woum es in ihnen geht.

Freitag, 31. August 2007

Praktikum Köln die erste Woche

1. Tag Sonntag 27.08.2007



Bin jetzt seit knapp 6 Stunden in der Stadt und bin völlig begeistert! Dank Navi haben wir den Weg auf Anhieb gefunden. Aber die Wegbeschreibung fällt auch sehr leicht aus. Von der Autobahn immer geradeaus und dann exakt einmal rechts abbiegen.

Meine Mitbewohnerin Magadalena und ihr Freund haben mich gleich total nett empfangen. Bin mir eigentlich sicher, dass wir uns sehr gut verstehen werden.

Mein Dad und ich sind dann nochmal ein wenig um die vier Ecken um uns das Viertel anzusehen. Und wie sollte es in Köln auch anders sein, haben wir direkt ein absolut schönes Café gefunden. Innen ist alles in Retrostil der 50er, aber da das Wetter so schön war haben wir uns raus gesetzt. Auf altmodischen und für große Menschen viel zu kleinen Tischen kann man da sein Frühstück auf dem Kirchplatz von Sankt Michael einnehmen. So startet mein Kölnabenteuer doch schon mal fabelhaft.

Nachdem mein Dad sich verabschiedet hatte, schließlich wollten heute beide Kinder Aufmerksamkeit, machte ich mich alleine auf Entdeckungstour durch Köln. Das belgische Viertel ist ein absoluter Traum. Zum Großteil stehen hier wunderschöne alte Häuser und es finden sich immer wieder Kneipen und Straßencafés. Vom Großstadtlärm hört man echt fast nichts.

Irgendwie bekam ich dann aber Lust bis zum Dom zu laufen. Die Strecke hatte ich allerdings ein bisschen überschätzt. Aber es gab viel zu beobachten. Auf der Domplatte malen seit drei Tagen Straßenmaler ein Fresko aus Venedig nach. vor dem Römisch-Germanischen Museum topten die Skater und am Rhein war Flohmarkt; überhaupt waren abertausende Menschen unterwegs.

Außerdem habe ich in der Nähe meiner Wohnung ein Kino entdeckt, dass den ganzen Tag die eher etwas besonderen Filme spielt und pro Film nur 2,99€ kostet. Das Milowitsch-Theater ist auch ganz in der Nähe. Also habe ich schon das Programm für schlechtes Wetter. Es gibt so viel zu entdecken. Ob die 9 Wochen, die ich hier sein werde wohl reichen?

Jetzt tun mir die Füße höllisch weh , aber es hat sich gelohnt.

Morgen muss ich erst mal den richtigen Weg zum Verlag finden. Auch ein kleines Abenteuer für sich.





2. Tag Montag 27.08.2007





Der Tag fing schon gut an. Die U-Bahn Haltestelle hatte ich ja erfolgreich gestern schon gefunden, auch den Ticketautomaten hatte ich mir bereits angesehen. Aber trotz allem musste ich mich heute Morgen mit den Tücken der Technik auseinandersetzen. An diesen "tollen" Automaten kann man nämlich nur mit Münzen oder der Karte bezahlen. Allerdings nur, wenn dem Automaten danach ist. Das Ticketsystem ist genauso unübersichtichtlich wie das der Deutschen Bahn. Also, ich wollte ein Wochenticket, da gibt es dann 1a und 1b, aber was das ist, steht nirgends. Also habe ich mal 1b gewählt, bezahlen war allerdings un möglich, denn dem Automaten gefiel heute morgen nur die Geldkarte, schnödes Bargeld wollte er nicht annehmen und auch die Möglichkeit der ec-Karten-Zahlung interessierte das Ding nicht die Bohne. Gut, dachte ich mir, dann halt am nächsten Automaten. Da klappte das Auswählen auch schon prima und meine ec-Karte nahm er auch. Leider wollte er sie nur nicht mehr ausspucken. Um mich rum stand schon ein ganzer Pulk von Leuten und ich konnte ihre Gedanken schon hören: Immer diese blöden Touristen! Naja, nach ein wenig Gut-Zureden ließ der Automat dann noch noch locker und spukte mit verächtlichen Geräusch mein Ticket aus. Das ist allerdings nur mit einer Kundenkarte gültig. Hm, bin dann erst mal ohne gefahren, denn man erhält leider auch keine Informationen darüber, wo man diese kriegt. Spätestens bei einer Fahrkartenkontrolle werde ich es wohl erfahren.

Trotz dieses abenteuerlichen Starts habe ich noch die richtigen U-Bahnen gekriegt und war superpünktlich am Verlag. Der hat seinen Sitz im Neven DuMont-Haus und dort sind auch verschiedene Zeitungen samt Druckerei. Alles in Allem ein sehr beeindruckendes Gebäude aus Glas und Beton. Der Pförtner begrüßte mich auch gleich mit einem fröhlichen :"Määdschen, wat kann isch för disch dun?" Überhaupt sollte man sich in Köln daran gewöhnen, von fast allen geduzt zu werden.

Nach einem Anruf in meiner Abteilung wurde ich von Frau Habermas, (inzwischen Judith) abgeholt und erst mal ein wenig rumgeführt. Ein herrliches Bild bot sich mir: Büros mit Glastüren, die fast alle bis oben hin vollgestellt sind mit Büchern, zwischen Papierbergen sieht man dann auch die Mitarbeiter. Meistens mit einem Stift bewaffnet oder auf Tastaturen einhämmernd. Ein Paradies für Bücherwürmer!

Die Praktikanten sitzen alle zusammen in einem Büro am Ende des Ganges. Eigentlich könnte man sich in dem riesigen Lichtdurchfluteten Raum eher das Büro des Verlegers vorstellen. Aber der Residiert daneben. Übrigens in dem einzigen Büro, dass keine Glastür hat. Bei allen anderen kann man nämlich gleich sehen, ob jemand da ist und fleißg arbeitet.

Bei einer Tour durch die Etage wurde ich auch allen vorgestellt, aber ich glaube mir sind fast alle Namen sofort wieder entfallen. Aber ich kann sagen, dass dort größtenteils sehr nette Menschen zu arbeiten scheinen. Die Frauenquote ist allerdings wie wahrscheinlich in den meisten Verlagen wesentlich höher als die Anzahl der Männer. Frage mich ja schon lange, warum fast nur Frauen in Verlagen arbeiten, aber der Posten des Verlegers wird in der Regel von einem Mann bekleidet.

Nach dieser Vorstellungrunde ging es dann auch gleich in Medias Res. Denn den Rest des Tages habe ich damit verbracht mit der Technik klarzukommen, Briefe zu beantworten und Bücher zu verschicken, damit sich die Titel hoffentlich auch gut im Ausland verkaufen. Das schöne ist, dass DuMont ein kleines, dafür aber feines Angebot hat, so dass man die gängigsten Titel sehr schnell drauf hat und sich merken kann. Die Mittagspause verbrachte ich mit meinen Mitpraktikantinnen aus den anderen Abteilungen in der super schönen Kantine. Eine kommt tatsächlich auch aus Mainz. Nett sind sie aber alle. Nach der Mittagspause verging die Zeit bis Feierabend wie im Fluge auf der Suche nach Katalogen von Kunstausstellungen.

So ein normaler Arbeitstag von 7 oder 8 Stunden ist eigentlich gar nciht so schlimm, allerdings ist die Sitzerei furchtbar und ich habe jetzt echt Rückenschmerzen. Muss also bald mal ins Yoga. Auf dem Heimweg habe ich noch schnell was eingekauft und bin dann erst mal unter die Dusche. Meine Mitbewohnerin war auch schon wieder auf dem Sprung und ist ab morgen erst mal in Urlaub. Vorher hat sie mich aber noch schnell in die restlichen Gegebenheiten eingeführt. Zum Beispiel stehen die Mülltonnen in einem voll gruseligen Keller. Werde mich wohl bemühen so wenig Müll wie möglich zu machen.

Das Kölner Nachtleben muss allerdings noch ein bisschen auf mich warten, auch wenn es verlockende Möglichkeiten gibt. Heute bin ich einfach zu müde.

3. Tag Dienstag 28.08.2007 (kurz vor Mitternacht)



Wirklich spektakuläres ist heute nicht passiert. Im Verlag spielt sich so langsam eine gewisse Routine ein. Habe den ganzen Morgen Belegexemplare verschickt und kam mir dabei ein bisschen wie der Weihnachtsmann vor. So viele schöne Bücher! Die andere Hälfte des Tages habe ich dann versucht deutsche Pressestimmen so genau und gut wie möglich ins Englische zu übersetzen. Aber Sätze wie "Rülpser von Verzweiflung werden von einem Panoptikum von Sexszenen durchbrochen" (Kommentar der Galore zu Magie der Bedeutungslosigkeit ) sind nicht so ganz einfach. Das ganze darf ich dann morgen auf die Website des Verlages laden, wenn jemand die Bedinungsanleitung findet, wie das geht.

Nach Feierabend konnte ich mich dann auch endlich mal mit einer alten Freundin treffen. Svenja war schon mit mir auf der Grundschule und wir haben zusammen die Jahre bis zur 10ten durch- und erlebt. Sie hat jetzt ihr Schauspieldiplom und "hurrt" (ihre Aussage, nicht meine) von Rolle zu Rolle. Gerade hat sie, wie sie beschämt zugibt, eine Folge für Unter Uns gemacht. Sie wusste aber auch, wo diese Mobilitätszentrale ist und jetzt kann ich absolut legal U-Bahn fahren, denn ich habe endlich eine Kundenkarte!

Wir schlenderten ein wenig durch die Straßen und schwelgten in Erinnerungen und Zukunftsaussichten und haben im Nyam Nyam (wohl eher Yam Yam! ) asiatisch gegessen. Eine Ecke weiter im "Café Bastart" sind wir dann versackt. Es liegt ein bisschen versteckt in einem Hinterhof mit ganz viel Grün. Allerdings sollten die Mädels sich alle Hoffnungen abschminken Chancen bei einem der Super Typen zu haben, denn die interessieren sich eher füreinander. Dekandent in Sesseln im Hof sitzend haben wir dann den ganzen Abend bei Kölsch und nem echt guten Merlot verschnackt. Schließlich hatten wir uns ne ganze Weile nicht gesehen. Beim Bezahlen gabs dann noch eine Überraschung, denn unser Kellner, Sascha, kommt aus Hochheim und probierte gerade einen Rheingauer Rosé. Da fährt aus Wiesbaden weg und wen trifft man? Leute aus dem Rheingau!

Auf dem sehr kurzen Heimweg, denn ich muss dann nur noch über die Straße, fiel mir erst mal auf, wie lange hier teilweise die Rotphasen an den Ampeln sind. Man steht hier echt ewig an Ampeln rum. Aber das scheint keinen zu stören.



4.Tag Mittwoch 29.08.2007



Inzwischen klappt das Aufstehen schon wie geschmiert. Aber ich darf mich bei Arbeitszeiten von 9.30 bis 16.30/17.00 nicht beschwehren. Die U-Bahnen habe ich jetzt auch perfekt getimed, so dass ich beim Umsteigen von der einen in die andere hüpfen kann, da die am gegenüberliegenden Bahnsteig abfährt. Komsich finde ich aber immer noch, dass man an manchen Haltestellen von beiden Seiten einsteigen kann.

Im Verlag habe ich den ganzen Tag mit der Pflege unsere Homepage und unserer Seite auf der Buchmessen-Homepage. Damit bin ich auch noch nicht ganz fertig, aber morgen auf alle Fälle. Dafür sprang dabei schon ein Übersetzungsauftrag raus.

Habe mich allmählich schon richtig eingelebt. Allerdings merkt man deutlich, dass der Sommer bald vorbei ist. Teilweise ist es richtig kalt. Dafür scheint aber immer noch viel die Sonne.

Und ich kämpfe ein bisschen damit, dass fast alle tollen Typen schwul sind. Das ist sooooooooooooo gemein. Da kommen dir jede Menge wahnsinnig gutaussehende Männer entgegen, oder arbeiten in Bars und Klamottenläden, und dann hat man nix davon! Sogar der Schmuckladen Six verkauft Schmuck für Männer! Haben die in Wiesbaden nicht!

So, jetzt richte ich mich mal vorm Fernseher, um meine Lieblingsserie zu gucken und fange dann mal das Buch an, dass ich als Vorabexemplar abgestaubt habe.



5. Tag Donnerstag 30.08.2007

Es macht einen ja schon stolz, wenn der eigene Text gleich auf zwei Webseiten erscheint! Ansonsten habe ich heute sehr viel über Verlagsrecht gelernt, denn ich durfte meine ersten Vertrag bearbeiten, was heißt, dass ich die Datenbank gepflegt habe. Wir hatten ein bisschen Kampf miteinander aus dem ich aber als Siegerin hervorging!

Den Arbeitstag habe ich bei Habitat ausklingen lassen, denn da war heute Kundenspecialtag und ich hatte doch "rein zufällig" meine Einladung einstecken. So konnte ich bei einem Cidre und Puff Brause (die heißt wirklich so) durch den Laden schlendern und bekam am Ende auch noch auf meine schon so schön reduzierte Tassen nochmal Prozente. Die Großstadt gefällt mir immer mehr, wenn man hier so schöne Sachen machen kann!

Allmählich sollte ich mir aber mal ein Programm fürs Wochenende überlegen. Wahrscheinlich ein bisschen Sightseeing und dann will ich ja auch noch unbedingt in die Ausstellung über Buchmalerei im Römisch Germanischen Museum! Da will ja wahrscheinlich von euch keiner mit, oder?

Sachen wie das Schokoladenmuseum und die Dior und die Mapplethorpe Ausstellung wollte ich mir nämlich aufheben, wenn Besuch kommt. Also, wer will mit?



6. Tag Freitag 31. August 2007





Den Casual Freitag scheint es auch im Verlag zu geben, allerdings nur bei den männlichen Kollegen. Die Herren, die ich die ganze Woche nur im Anzug gesehen habe, kamen heute in Jeans ins Büro.

Meine heutige Aufgabe bestand darin Papier zu sortieren und an entsprechender Stelle abzuheften. War relativ langweilig, aber man kann ja nicht nur tolle Aufgaben haben, auch die kleinen Dinge wollen erledigt werden. Dafür durfte ich ja heute auch früher gehen. Freitag ist meistens nämlich ruhig. Dafür bin ich Montag alleine, weil Judith in Frankfurt ist. Nach der Verabschiedung von zwei meiner Mitpraktikantinnen mit Kaffee und Kuchen, bin ich dann abgezogen.

Endlich mal Zeit um ein bisschen zu lesen, denn ich habe ja genug Lesestoff mit. Da weder Svenja noch Alex dieses Wochenende in Köln sind, war nix mit heute Abend auf die Rolle gehen. Dafür war ich endlich im Rex Kino in "Paris, je t'aime".











Das ist ein wunderschöner Episodenfilm von ganz vielen Regisseuren, die ihre Liebe zu Paris in kleinen Geschichten erzählen. Mal auf ganz anrührende Art und mal auf schräge. Schön fand ich, dass das Mädel neben mir dann auch bemerkte, dass Gerard Depardieu ja Franzose ist.

Das Kino selbst ist interessant, denn auf Straßenebene ist eigentlich nur die Kasse und der Getränkeverkauf. Dann gibts es zwei Treppen, eine führt zu 3 Kinos nach oben. Die andere musste ich runter, um zum Kino 4 zu gelangen. Aber es war schon etwas merkwürdig. Man sieht nur eine Treppe, die sich nach unten windet. Die Wände sind wohl mit Goldfarbe gestrichen, aber bei dem dort herrschenden Licht sieht das eher aus wie kotzgrün. Unten angekommen muss man einen Backsteingang entlang. Also, wenn da nicht noch mehr Leute gewesen wären, hätte ich Angst bekommen. Der Kinosaal hat dann aber was angenehm bekanntes, denn das könnte auch das Bambi in Wiesbaden sein: ein kleiner Saal mit wenig Sitzen (freie Platzwahl) und eigenartigen Mustern an der Wand. Es ist also wirklich ein ganz tolles Programmkino. werde wohl nocht öfter hingehen.

Draußen auf der Straße waren und sind noch immer ohne Ende Leute unterwegs, aber alleine irgendwo was trinken zu gehen, hatte ich keine Lust.

Dafür freue ich mich schon sehr drauf, morgen endlich mal auszuschlafen. Ich meine, das frühe Aufstehen ist mir jetzt nicht so schwer gefallen, wie ich dachte, aber ich schlafe halt gerne lang







7. Tag Samstag 1. September 2007



Aaaaahh, Wochenenden sind toll! Ausschlafen, frühstücken und dann ganz entspannt los. Leider kommt der Herbst und die Sonne versteckt sich, aber das ist genau das richtige Wetter fürs Museum.

Das U-Bahnfahren macht an Samstagen eher weniger Spaß, da es hier zugeht wie in London oder New York bei der Rushhour, inklusive eines ekligen Asiaten, der sich mit seiner Vorderseite an meinen Hintern presste und immer nachrückte, wenn ich wegrückte. Bah! Deshalb bin ich auch schon am Haumarkt ausgestiegen und den Rest gelaufen. War ja auch nicht mehr weit.

Vor dem Musem machte ich noch einen kleinen Abstecher im Dom, weil ich das neue Fenster sehen wollte. Allerdings sollte gerade das Mittagsgebet beginnen und die rotbemäntelten Herren ließen einen nur ein, wenn man auch zum Gottesdienst blieb. Warum nicht?, dachte ich mir, und blieb, was eine gute Idee war. Zwar fiel der Gottesdienst aus, aber es gab ein paar Lieder auf der Orgel. Wenn es um Dramatik geht, kann man den Katholiken echt nichts vormachen, denn ich hatte am Ende Gänsehaut. (*brrrrrr*)

Wieder draußen sah das Wetter immer noch nicht besser aus, also bin ich endlich ins Römisch Germanische Museum. Die Ausstellung "Kosmos der Zeichen" war relativ klein, dafür aber interessant. Es gab sogar Liebeszauber auf kleinen Papyri. Den Rest des Museum kannte ich zwar noch von einem Ausflug mit der Schule, aber heute hatte ich mal genug Muße, um mir alles in Ruhe anzusehen. Gerade beim Schmuck gibt es da sehr schöne Stücke.

So wie diesen schönen Armreif.

Bei dieser Dame frage ich mich allerdings, ob der Afro damals schon populär war:

























Nachmittags war das Wetter dann schöner. Allerdings beging ich die Unbedachtheit in die Fußgängerzone zu gehen. Die Schildergasse (wer jetzt an die Drosselgasse denkt, liegt richtig, nur größer) war vollgestopft mit Menschen. Aber ich brauchte Turnschuhe und wenn man erst mal in diesem Straßenschlauch drin ist, kommt man so schnell auch nicht mehr raus. Also ließ ich mich einfach von Schuhladen zu Schuhladen treiben und schwamm mit der Menge mit. Am Neumarkt kam ich endlich raus und machte mich auch ganz schnell nach Hause. Auf dem Weg habe ich auch wieder den Puppenspieler vom Sonntag gesehen. er hat einen total süßen Hunde, der sogar einen eigenen Liegestuhl hat. Isser nicht süß?

Das ist doch wirklich niedlich! Überhaupt scheint Köln eine ziemliche Hundestadt zu sein, denn fast jeder hat einen oder sogar zwei. Hundedreck liegt hier aber eigentlich keiner rum, also scheinen das sümpathische Hundehalter zu sein.

Fazit der ersten Woche:

Alles in Allem hatte ich einen guten Start hier und ich genieße die vielen Möglichkeiten, die man hier hat, seine Freizeit zu verbringen. Allerdings vermisse ich euch doch alle schon sehr.